Der Tag war voll, das Telefon, die Kinder und das Haus.
Um acht ist alles abgeräumt, da geh ich noch mal raus.
Die Bank steht hinterm Holunder, das Holz ist noch ganz warm.
Die letzten kommen heimgeflogen, schwer und ohne Alarm.
Abends am Stand, da bin ich nur ich.
Da will keiner was, da braucht keiner mich.
Sie fächeln die Wärme zum Flugloch hinaus,
es riecht nach dem Sommer, es riecht nach zu Haus.
Abends am Stand –
da komm ich an.
Im Frühjahr riecht's nach Weide hier, im Juni dann nach Wald,
im Herbst nach Efeu, herb und spät, und dann wird's langsam kalt.
Ich kenn das Jahr an seinem Duft, ich brauch dazu kein Blatt.
Ich weiß, wie jeder Monat klingt, den dieser Garten hat.
Abends am Stand, da bin ich nur ich.
Da will keiner was, da braucht keiner mich.
Sie fächeln die Wärme zum Flugloch hinaus,
es riecht nach dem Sommer, es riecht nach zu Haus.
Abends am Stand –
da komm ich an.
Meine Mutter saß schon hier,
auf derselben Bank, mit demselben Blick.
Sie hat nie gesagt, was sie hier fand.
Ich weiß es jetzt, ich sitz an ihrem Stand.
Abends am Stand, da bin ich nur ich.
Da will keiner was, und doch trägt es mich.
Und sitzt hier mal eine nach mir auf der Bank,
dann riecht sie den Sommer und denkt sich: Gott sei Dank.
Abends am Stand –
da komm ich an.
Da komm ich an.