Cover zu An die Biene
Kunstlied für Bariton und Klavier, in der Tradition der Ode „An die …“

An die Biene

Ein Kunstlied für Bariton und Klavier

KI-Musik3:04 · Album: Klassik im Bienenhaus · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/an-die-biene

„An die Musik“, „An den Mond“, „An die Nachtigall“ – die Anrede an ein Du, das nicht antworten kann, ist eine der ältesten Formen des deutschen Liedes. Hier wird eine Biene so angesprochen, als Priesterin der Blüten, und das Lied nimmt sie ernst genug, um ihr fünf Strophen lang nachzudenken.

Die zweite Strophe führt weit zurück. Nach alter Überlieferung wurde der junge Zeus in einer Höhle auf dem Ida versteckt und mit Honig genährt; die Nymphe, die ihn fütterte, hieß Melissa, und das heißt auf Griechisch nichts anderes als Biene. „Hellas war dein erstes Heim.“

Dann kippt es ins Moll, und dort steht der härteste Gedanke des Liedes: „Doch kurz ist deines Sommers Fülle, sechs Wochen, und du sinkst dahin; was du gesammelt in der Stille, genießen andre. – Das ist Sinn.“ Beides stimmt – sechs Wochen lebt eine Sommerbiene, und der Honig ist nie für sie selbst bestimmt.

Die vierte Strophe holt das Ganze heim, dorthin, wo sich Enns und Steyr treffen. Und die fünfte macht aus der Betrachtung eine Bitte, mit einer Schlusszeile, die man von einem Imkerlied nicht erwartet – „und süß zu werden irgendwann“.

Bariton – schlicht und innig

Du kleine Priesterin der Blüten,
die still von Kelch zu Kelche zieht –
was hast du unbewusst zu hüten?
Was singst du für ein stummes Lied?

feierlicher – das Klavier in breiten Akkorden, wie aus alter Zeit

Einst nährtest du im Idagrunde
den jungen Gott mit goldnem Seim;
noch duftet's aus der alten Kunde –
Hellas war dein erstes Heim.

Moll, langsamer – das Klavier stockend

Doch kurz ist deines Sommers Fülle,
sechs Wochen, und du sinkst dahin;
was du gesammelt in der Stille,
genießen andre. – Das ist Sinn.

Zwischenspiel – Klavier, Übergang vom Moll zu fließenden Wellen fließend – das Klavier wie Wasser

Wo Enns und Steyr sich grün umschlingen,
da sah ich dich am Abend ziehn,
mit goldbestäubten, müden Schwingen
zum Stock, zur Ruh' – zu ihnen hin.

wieder Dur und warm – das Summen kehrt im Klavier zurück

O lehre mich, du kleine Weise,
zu geben, was ich still gewann,
und froh zu sein auf meiner Reise –
und süß zu werden irgendwann.
Und süß zu werden … irgendwann.

Nachspiel – die summende Figur wird leiser und verklingt

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Seim
Ein altes Wort für den dickflüssigen, ungeschleuderten Honig, noch heute im Honigseim erhalten. In älterer Dichtung steht es fast immer dort, wo wir Honig sagen würden.
Die Bienen auf dem Ida
Die Sage erzählt, der junge Zeus sei in einer Höhle auf dem Berg Ida verborgen und mit Honig gefüttert worden. Die Nymphe, der das zugeschrieben wird, heißt Melissa – das griechische Wort für Biene. Noch älter als Hellas sind allerdings die ägyptischen Darstellungen der Bienenhaltung, die rund viereinhalbtausend Jahre zurückreichen.
Sechs Wochen
So lange lebt eine Sommerbiene. Sie arbeitet sich buchstäblich zu Tode, während die im Spätsommer geschlüpften Winterbienen mehrere Monate überdauern – ein Volk kennt also zwei sehr verschiedene Lebensläufe.
Goldbestäubt
Pollen bleibt beim Blütenbesuch im Pelz hängen, nicht nur in den Körbchen an den Hinterbeinen. Eine heimkehrende Sammlerin ist deshalb oft am ganzen Körper hell bestäubt – und bestäubt dabei im Flug die nächste Blüte.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„An die Biene“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Kunstlied für Bariton und Klavier, in der Tradition der Ode „An die …“
Bild: KI-generiert