Cover zu Bienen, Matrosen und eine Linde
Bänkelsang mit Akkordeon und Klavier, im Ton von Ringelnatz

Bienen, Matrosen und eine Linde

Vier kleine Nummern nach Joachim Ringelnatz

KI-Musik2:48 · Album: Dichter im Bienenhaus · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/bienen-matrosen-und-eine-linde

Joachim Ringelnatz hat Gedichte geschrieben, die in vier Zeilen auskommen und trotzdem hängenbleiben. Drei davon stehen hier Pate, und zwei sind so berühmt, dass man sie beim ersten Ton wiedererkennt.

Aus den zwei Ameisen, die von Hamburg nach Australien wollten und schon bei Altona umkehrten, werden zwei Bienen aus Linz mit Sehnsucht nach Sizilien – weiter als bis Ebelsberg kommen sie nicht. Der Bumerang, der bei Ringelnatz nicht zurückkam, sieht hier einer Biene zu, die jedes Mal heimfindet, und schämt sich. Und Kuttel Daddeldu, Ringelnatz' trinkfester Matrose, legt in Linz an, weil es dort Met gibt, und redet einen Bienenstand mit „Ihr Weiber!“ an. Das geht aus, wie es ausgehen muss.

Dann bricht die Musik ab, und der vierte Teil hat kein Vorbild mehr. Nur Klavier, ganz leise. „Wenn ich einmal sterbe, setzt mir keinen Stein; setzt mir eine Linde – da summt es dann hinein.“ Diese Wendung vom Spott ins Zarte ist das Ringelnatzigste am ganzen Stück.

I

Die Bienen

Erzähler, gemütlich
Vorspiel – Akkordeon, ein paar Takte Seemannslied

In Linz, da lebten zwei Bienen,
die träumten von Sizilien.
Bei Ebelsberg, im Traunufer-Klee,
da taten ihnen die Flügel weh,
und da verzichteten sie weise
dann auf den letzten Teil der Reise.

Klavier, kurzer Schnörkel
II

Der Bumerang und die Biene

Erzähler, verschmitzt

War einmal ein Bumerang,
der sah einer Biene lang
zu, wie sie ein Stück weit flog
und jedes Mal den Bogen zog
zurück nach Haus, mit Pollen schwer.
Der Bumerang, der schämt' sich sehr.

Akkordeon, ein Seemanns-Walzer setzt ein
III

Kuttel Daddeldu in Linz

rau, halb gesungen

Kuttel Daddeldu legte in Linz an der Donau an,
weil man dort, hört man, Met trinken kann.
Er trank ein Horn, er trank noch zwei,
dann summte er selbst und schwankte vorbei
an einem Bienenstand im Grünen
und rief: „Ihr Weiber! Wollt ihr mich bedienen?“
Da stach ihn eine dorthin, wo man sitzt –
seitdem trinkt Kuttel Bier.
Und schwitzt.

Die Musik bricht ab. Stille.
IV

Linde statt Stein

nur Klavier, ganz leise, zärtlich

Wenn ich einmal sterbe,
setzt mir keinen Stein;
setzt mir eine Linde –
da summt es dann hinein.
Und wer dann vorübergeht
im Juni, abends spät,
der hört mich ein bisschen summen
und weiß nicht, wer da steht.

Akkordeon, ein letzter leiser Ton

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Met
Honigwein, vergoren aus Honig und Wasser, und eines der ältesten alkoholischen Getränke überhaupt. Dass ein Seemann dafür eigens in Linz anlegt, ist gut erfunden.
Klee
Der Weißklee blüht den ganzen Sommer über und zählt zu den verlässlichsten Trachtpflanzen – auch auf einer Wiese am Traunufer, wo sonst nicht viel los ist.
Heimfinden
Bienen fliegen regelmäßig zwei bis drei Kilometer weit und bei Bedarf auch das Doppelte. Sie orientieren sich am Sonnenstand und an Landmarken und finden verlässlich zum eigenen Flugloch zurück – daher die Beschämung des Bumerangs.
Ein Damenstaat
Königin und Arbeiterinnen sind weiblich, die Drohnen machen nur wenige Prozent aus und können nicht stechen. Wer also von einer Biene gestochen wird, ist in jedem Fall einer Dame begegnet.
Linde
Sie blüht im Juni und ist dann von früh bis spät umsummt – ein blühender Lindenbaum ist von Weitem zu hören. Darauf beruht der Wunsch im letzten Teil.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Bienen, Matrosen und eine Linde“ von Herbert Vitzthum, frei nach Joachim Ringelnatz – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum, frei nach Joachim Ringelnatz (1883–1934)
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Bänkelsang mit Akkordeon und Klavier, im Ton von Ringelnatz
Bild: KI-generiert