Cover zu Da erste Stock
Ruhige Mundart-Ballade mit Gitarre und warmem Refrain

Da erste Stock

Ein Lied aus der Imkerschule, vom Lernen und vom Weitergeben

KI-Musik3:23 · Album: Stille Stunden · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/da-erste-stock

Der Titel hat zwei Böden. Der erste Stock ist das erste eigene Volk – und das erste Mal, dass man allein davorsteht, ohne dass jemand danebensteht und sagt, was als Nächstes kommt. Das Lied beginnt aber weit davor, in der letzten Reihe eines Kursraums, mit einem Heft und viel zu vielen Fragen.

Was es so genau trifft, ist der Satz von vorn: „Jeder vo uns hot amoi so anfangt.“ Den hat vermutlich jede und jeder in einem Anfängerkurs schon gehört, und er wirkt, weil er stimmt. Niemand kommt mit ruhigen Händen auf die Welt. Die zittrigen Hände am ersten Stock gehören dazu, genau wie die Fehler am Lehrbienenstand, im Schleier, im Regen – „und aus jedm hob i wos mitgnomma“.

Am Ende dreht sich das Lied um. Jetzt kommt eine Neue und schaut so, wie man selbst einmal geschaut hat, und man sagt: „Kumm, i zoag da's.“ Das Bild der Bridge fasst zusammen, worum es geht – Wissen ist wie eine Wabe, man baut sie nicht allein, Zelle um Zelle, bis sie trägt.

I hob mi higsetzt in de letzte Reih,
mit an Heft und vü zu vü Fragn.
Ois war fremd: Varroa, Weisel, Drohn,
und i hob ma denkt: „Des schoff i nia.“

Oba do war oana vorn, der hot gsogt:
„Jeder vo uns hot amoi so anfangt.“

Refrain

Und dann steh i vor meim erstn Stock,
mit zittrige Händ und klopfndn Herz.
Und es summt ma entgegn, ois tät's sogn:
„Na geh, trau di, des is ned so schwer.“
Wos i do glernt hob, steht ned nur im Buach,
des is a Stück vo mia wordn – und des is gnua.

Mia san gstandn im Lehrbienenstand,
im Schleier, im Regn, in da Sonn.
Und de Fehler, de i gmacht hob, de san mei,
und aus jedm hob i wos mitgnomma.

Heit kimmt a Neiche und schaut mi so o,
wia i damois gschaut hob –
und i sog: „Kumm, i zoag da's.“

Wissen is wia a Woben:
ma baut's ned allo,
Zölle um Zölle, Hand in Hand,
bis ma's tragn ko.

Refrain

Und jetzt steh i vor meine Stöck,
mit ruhige Händ und offenem Herz.
Und wos i weitagib, des bleibt,
länger ois a Sommer währt.

zum Schluss

Jeder vo uns hot amoi so anfangt …

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Stock
Ein Bienenstock ist nicht die Kiste allein, sondern das Volk darin samt seiner Behausung. Wer von seinem ersten Stock spricht, meint sein erstes eigenes Volk – im Lied spielt das Wort zugleich mit dem Stockwerk.
Weisel
Das imkerliche Wort für die Königin. Ein Volk ohne sie heißt weisellos und geht ohne Hilfe zugrunde, weil nur sie Eier legt.
Drohn
Die männliche Biene. Sie sticht nicht, sammelt nicht und hat eine einzige Aufgabe – die Begattung einer jungen Königin im Flug. Im Herbst wird sie aus dem Volk gedrängt.
Varroa
Eine eingeschleppte Milbe, kaum größer als ein Stecknadelkopf, die an Bienen und Brut saugt und Viren überträgt. Unbehandelt geht ein Volk daran zugrunde – deshalb steht sie in jedem Kurs ganz vorne.
Lehrbienenstand
Ein Bienenstand von Verein oder Imkerschule, an dem Kurse stattfinden. Dort greift man zum ersten Mal in ein fremdes Volk, unter Anleitung und ohne dass eigene Bienen Schaden nehmen.
Wabe
Die Sechseckzellen aus Wachs, in denen Brut und Vorrat sitzen. Gebaut wird sie von vielen Bienen gleichzeitig, Zelle an Zelle – genau das Bild, das die Bridge für das Wissen verwendet.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Da erste Stock“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Ruhige Mundart-Ballade mit Gitarre und warmem Refrain
Bild: KI-generiert