Schon der Titel sagt, worum es geht. Aus Lehárs Land des Lächelns von 1929 wird hier das Land des Summens, und die beiden berühmtesten Nummern der Operette bekommen neue Worte – aus „Immer nur lächeln“ wird „Immer nur Bienen, Bienen, Bienen“, und aus „Dein ist mein ganzes Herz“ wird „Dir summt mein ganzes Herz allein“.
Die Handlung ist in vier Nummern erzählt. Rosalie beklagt sich, dass ihr Baron ab dem Frühling nur noch Schleier und Smoker in der Hand hat. Ferdinand antwortet mit der Tenorarie und dreht den Vorwurf um – „doch warum, glaubst du, sammeln Bienen? Für dich, für dich, du süße Frau!“ Dann ein Walzerduett, in dem beide nur noch summen, und zum Schluss ein Csárdás mit Chor.
Dass das Finale ins Salzkammergut führt, „von Ischl bis zum Wolfgangsee“, hat einen guten Grund – Lehár hat dort fast jeden Sommer verbracht, in seiner Villa in Bad Ischl, und ist 1948 auch dort gestorben.
Die schönste Pointe steht im letzten Takt. Ferdinand verspricht ewige Treue, schiebt aber „… im Mai, im Mai …“ hinterher, und Rosalie seufzt nur noch: „Ich weiß. Da schwärmen sie.“
I
Auftrittslied der Rosalie
Sopran, kokett
Ouvertüre – Salonorchester, Solovioline mit Schmelz, Harfe
Ich hab' einen Mann, einen Baron von Welt, mit Schnurrbart und Charme und mit Schlössern und Geld – doch kaum lacht im Frühling die Sonne aufs Land, da hat er den Schleier, den Smoker zur Hand!
Csárdás – zuerst langsam und schmachtend, dann immer schneller, Cimbalom
Immer nur Bienen, Bienen, Bienen, morgens und mittags und abends dazu! Immer nur Bienen, Bienen, Bienen – und für die Gattin? Da hat er nie Ruh'! Hei! Ich werd' noch selber eine Biene, dann schaut er mich wenigstens an! Hei! Mit Fühlern und mit Streifenmiene summ' ich im Garten – dann kommt er heran!
Ferdinand, von draußen
Rosalie! Rosalie! Sie schwärmen!
Rosalie
Ich schwärm' auch, Ferdinand! Aber mich fängt ja keiner ein!
II
Lied des Ferdinand
Tenor, langsam und innig
Du sagst, mein Herz gehört nur ihnen, den Bienen draußen in der Au – doch warum, glaubst du, sammeln Bienen? Für dich, für dich, du süße Frau!
Refrain – groß, volles Orchester, der Tenor mit Schmelz
Dir summt mein ganzes Herz allein, von Juli bis April – nur im Mai, mein Schatz, da muss ich fort, weil's der Schwarm so will! Und doch: Wo ich auch geh' und steh', wohin der Schwarm mich zieht, ist jede Blüte, die ich seh', für dich – ein Lie-bes-lied!
ein langer hoher TonRosalie, gerührt
Ist das wahr, Ferdinand?
Ferdinand
So wahr, wie Honig süß ist.
III
Walzerduett
langsam und zart, Celesta und Harfe
beide
Leise summen, Worte verstummen, nur das Herz, es sagt: Ich bin dein.
beide summen die Walzermelodie
Mmm – mm – mm …
Zwei im Garten, Bienen, die warten – doch heut' Abend, heut' sind wir allein.
IV
Finale
Csárdás mit Chor, immer schneller
beide und der Chor
Hei! Im Salzkammergut, da summt die Liebe, von Ischl bis zum Wolfgangsee! Hei! Und wenn ich ewig bei dir bliebe –
Ferdinand
… im Mai, im Mai …
Rosalie, gesprochen und seufzend
Ich weiß. Da schwärmen sie.
alle
Juchhe!
Tusch, Applaus
Für alle, die (noch) keine Bienen halten
Schwärmen
Das Wort trägt das ganze Stück. Ein Volk schwärmt, wenn es ihm zu eng wird und die alte Königin mit der halben Volksstärke auszieht. Ein Mensch schwärmt für jemanden – darauf beruht Rosalies Antwort „Ich schwärm' auch, Ferdinand!“.
Warum ausgerechnet der Mai
In den Wochen um Mai und Juni legt ein starkes Volk Weiselzellen an und bereitet den Auszug vor. Dann muss alle sieben bis neun Tage kontrolliert werden, sonst ist der Schwarm weg. Es ist die einzige Zeit im Jahr, in der sich das wirklich nicht verschieben lässt.
Smoker
Ein kleiner Blasebalg mit Glutkammer. Etwas Rauch ins Volk, und die Bienen werden ruhiger – zusammen mit dem Schleier das erste, wonach ein Imker greift.
Einen Schwarm einfangen
Hängt die Traube erreichbar, wird sie in eine Kiste oder einen Korb geschlagen oder gekehrt. Entscheidend ist, dass die Königin mitkommt – ist sie drin, zieht der Rest von selbst nach. Rosalies Klage, sie werde ja von niemandem eingefangen, ist insofern ein Angebot.
Frei für alle Imkerinnen und Imker
Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:
„Das Land des Summens“ von Herbert Vitzthum, frei nach Franz Lehár – CC BY 4.0
Text und Idee: Herbert Vitzthum, frei nach Franz Lehár (1870–1948), Das Land des Lächelns (1929) Musik und Gesang:KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Operettenszene für Sopran, Tenor, Chor und Salonorchester Bild: KI-generiert