„Das Wehen der Luft, das Rieseln des Wassers,
das Wachsen der Getreide, das Grünen der Erde,
das Glänzen des Himmels halte ich für groß.“
Und, so möchte ich hinzufügen:
das Summen der Biene.
Das Große ist leise,
das Kleine ist groß;
die Biene zieht Kreise –
das sanfte Gesetz.
Es war in einem jener Sommer, die man später für die schönsten hält,
ohne sagen zu können, warum.
Ich war in das Haus des alten Herrn gekommen,
das zwischen Rosen und Obstbäumen auf einer sanften Anhöhe lag,
und man sah von dort, bei klarem Wetter,
die blauen Linien des Waldes.
Hinter dem Haus, unter zwei Linden, standen die Bienenstöcke,
zwölf an der Zahl, aus Stroh geflochten,
und vor ihnen war der Rasen so gemäht,
dass die Fluglöcher frei im Lichte lagen.
Ich saß dort viele Stunden.
Ich sah, wie die Bienen ausflogen,
die einen hoch über die Linden, die anderen niedrig gegen die Wiese,
und wie sie wiederkamen,
mit gelben, mit roten, mit beinahe weißen Höschen an den Beinen,
je nachdem, von welchen Blumen sie kamen.
Keine kam ohne Last.
Keine hatte Eile.
Und doch war alles in Bewegung.
Das Große ist leise,
das Kleine ist groß;
die Biene zieht Kreise –
das sanfte Gesetz.
Der alte Herr setzte sich zu mir.
Er sprach lange nichts.
Dann sagte er:
„Wir Menschen suchen das Große im Lauten,
im Sturm, im Feuer, in der Tat, von der man spricht.
Aber hier, sehen Sie, wird ein ganzer Sommer
in Süße verwandelt,
und es geschieht, ohne dass ein einziges Wort darüber gesprochen wird.
Es ist das Wiederholte, das Geduldige, das Kleine,
das die Welt erhält.“
Als ich am Abend fortging, war die Luft noch warm,
und aus den Linden kam ein Ton,
den man nicht hörte, wenn man auf ihn horchte,
und den man erst bemerkte,
als er aufgehört hatte.
Das Große ist leise,
das Kleine ist groß;
die Biene zieht Kreise –
das sanfte Gesetz.