Cover zu Der Auszug
Opernszene mit Leitmotiven, für Soli, Frauenchor und großes Orchester

Der Auszug

Eine Opernszene vom Schwarm – für Soli, Frauenchor und Orchester

KI-Musik4:02 · Album: Szenen aus dem Bienenstock · veröffentlicht am 7. Oktober 2026

Im Mai geschieht im Bienenvolk etwas, das von außen wie ein Unglück aussieht und von innen eine Thronfolge ist. Die Waben sind voll, die jungen Bienen haben nichts mehr zu tun, der Duft der Königin erreicht sie kaum noch. Dann bauen sie Weiselzellen, setzen die alte Mutter auf Diät, bis sie wieder fliegen kann, und eines warmen Mittags zieht sie mit der Hälfte des Volkes davon.

„Der Auszug“ erzählt das als Opernszene, mit verteilten Rollen – der Chor der Arbeiterinnen drängt, die alte Königin klagt und wird dann triumphal („ich bin nicht verstoßen – ich bin befreit!“), der Imker steht staunend unter der Schwarmtraube und weiß, dass er hier nur Gast ist.

Am Ende kehrt die Szene in den dunklen Stock zurück, und dort passiert das Erstaunlichste: Die zuerst geschlüpfte Jungkönigin tütet, ihre Schwestern antworten quakend aus den verschlossenen Zellen. Das ist keine dichterische Erfindung – wer im Juni abends das Ohr an die Beute legt, hört es wirklich.

Und die Szene endet, wie die Sache in Wirklichkeit endet – offen. Ob eine einzige Königin bleibt oder ob noch ein Schwarm zieht, entscheiden die Arbeiterinnen. Die letzte Zeile spricht es nicht mehr aus.

Vorspiel – tiefe Streicher, leise; das Leitmotiv „Enge“ in den Hörnern, steigend, drängend Chor der Arbeiterinnen – flüsternd, dann drängender

Zu eng! Zu eng! Die Waben voll,
die Brut gedrängt, kein Platz, kein Raum!
Wir Jungen stehn und haben nichts zu tun –
und ihren Duft, den riechen wir kaum.

Chor der Arbeiterinnen – lauter

Baut Näpfchen! Baut Wiegen! Baut Zellen zum Thron!
Hier soll eine Neue entstehn!
Die Alte soll fasten, die Alte soll laufen –
sie muss bald fliegen. Sie muss bald gehn.

Die alte Königin – Alt, würdevoll, schmerzlich

Ihr hungert mich aus, ihr Töchter, ihr Kinder,
ihr treibt mich von Wabe zu Wabe herum;
ich habe euch alle geboren, gelegt, getragen –
und jetzt seid ihr gegen mich. Warum?

Chor der Arbeiterinnen – sanfter

Nicht gegen dich, Mutter. Mit dir!
Wir gehen mit dir, die Hälfte des Volks!
Das Haus bleibt der Tochter – die Welt wird dir!

Sturm – wirbelnde Streicher, Pauken, Blechbläser; das Leitmotiv „Auszug“ bricht los Chor der Arbeiterinnen – ekstatisch

Füllt die Blasen! Honig für drei Tage!
Hinaus! Hinaus! Die Zelle ist zu!
Die Sonne steht hoch, die Luft ist warm –
jetzt oder nie! Hinaus mit dir und mir und du!

Die alte Königin – Alt, über dem Orchester, triumphal

So steig' ich auf, in der brausenden Wolke,
zehntausend Flügel tragen mich fort;
ich bin nicht verstoßen – ich bin befreit!
Ich bin die Mutter von zwei Völkern – das ist mein Wort!

Der Sturm legt sich; die Schwarmtraube hängt am Ast; ruhiges Summen in den Streichern Der Imker – Bariton, ruhig, staunend

Da hängt sie, die Traube, am Apfelbaum,
so still, so friedlich, so schwer;
die Spurbienen tanzen, sie suchen ein Haus –
und ich bin nur Gast. Ich staune. Nicht mehr.

Zwischenspiel – zurück im alten Stock; Dunkelheit; einzelne hohe Töne Die junge Königin – Sopran, hell, durchdringend

Tüüt! Tüüt! Tüüt!
Ich bin geschlüpft! Ich bin die Erste!
Wer wagt es, mir den Thron zu nehmen?

Hinter den Zellwänden – Chor, gedämpft, wie aus den Zellen

Quak! Quak! Quak!
Wir sind noch da! Wir warten noch!

Die junge Königin – Sopran, dramatisch

Dann kommt heraus, ihr Schwestern, und kämpft –
oder bleibt drin für immer, im Wachs!
Ein Stock, eine Königin – so will es das Gesetz,
so will es die Natur. So will es das Volk. So will es das.

Chor der Arbeiterinnen – entscheidend

Wir wählen! Wir hüten! Wir halten die Zellen!
Bleibt eine – oder zieht noch ein

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Weiselzelle
Die Wiege einer künftigen Königin. Sie beginnt als kleines „Näpfchen“ und hängt später wie eine Erdnuss an der Wabe – deutlich größer als die übrigen Zellen.
Honigblase
Vor dem Auszug saugen sich die Bienen mit Honig voll, etwa für drei Tage. Ein Schwarm ist deshalb satt und friedlich – und erstaunlich schwer.
Schwarmtraube
Nach dem Auszug hängt sich das Volk als dichte Traube an einen Ast und wartet. Diese Stunden nutzt die Imkerin oder der Imker, um den Schwarm einzufangen.
Spurbienen
Kundschafterinnen, die von der Traube aus nach einer neuen Behausung suchen. Zurück an der Traube tanzen sie für ihren Fund – und je mehr mittanzen, desto eher wird daraus die Entscheidung.
Tüten und Quaken
Der Zwiegesang der Königinnen. Die zuerst geschlüpfte Jungkönigin gibt einen hellen, langgezogenen Ton von sich, das Tüten; die noch in den Zellen sitzenden Schwestern antworten gedämpft mit dem Quaken. Die Arbeiterinnen entscheiden dann, ob eine bleibt oder ob noch ein Schwarm zieht.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Der Auszug“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Opernszene mit Leitmotiven, für Soli, Frauenchor und großes Orchester
Bild: KI-generiert