Wer fliegt so spät durch Nebel und Wind?
Es ist eine Sammlerin, müd' und geschwind;
sie trägt ihre Höschen, so schwer und so gelb,
sie will nur nach Hause – doch kalt wird die Welt.
„Komm heim, liebe Schwester, was zögerst du so?“
die Biene, ängstlich„Seht ihr, ihr Schwestern, den Frostkönig nicht?
Den Frostkönig mit Krone und eisigem Licht?“
„Komm, Schwester, es ist nur ein Nebelstreif.“
der Frostkönig, plötzlich süß und schmeichelnd„Du liebe Biene, komm, ruh dich aus!
Gar schöne Kelche sind hier zu Haus;
die Herbstzeitlose bettet dich weich –
und ich, ich mach' dich so still und so bleich.“
„Ihr Schwestern, ihr Schwestern, und hört ihr nicht,
was Frostkönig leise mir verspricht?“
„Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind:
In dürren Blättern säuselt der Wind.“
„Ich liebe dich, mich reizt dein goldnes Gewand;
und bist du nicht willig, so brauch' ich die Hand!“
„Ihr Schwestern, ihr Schwestern, jetzt fasst er mich an!
Der Frostkönig hat mir ein Leids getan!“
Sie sinkt in das Gras, die Flügel ganz starr;
der Abend wird kalt, und der Himmel wird klar.
Dem Mädchen am Wege, dem wird es ganz lind,
es hebt sie vom Grase, behutsam, geschwind,
es haucht in die Hände, wärmt sie, ganz sacht –
In ihren Händen die Biene: erwacht.
Klavier – zwei leise, helle Schlussakkorde