Cover zu Der Jahreskreis des Bienenvolks
Barocker Zyklus in vier Sätzen für Sopran, Chor, Cembalo und Streicher

Der Jahreskreis des Bienenvolks

Vier Sätze durch das Bienenjahr – frei nach Vivaldi

KI-Musik4:02 · Album: Klassik im Bienenhaus · veröffentlicht am 7. Oktober 2026

Antonio Vivaldi hat 1725 vier Violinkonzerte veröffentlicht, die bis heute jeder kennt – <em>Die vier Jahreszeiten</em>. Vögel in der Solovioline, ein Gewitter, zitternde Streicher im Schnee.

„Der Jahreskreis des Bienenvolks“ nimmt sich diese Anlage und erzählt damit das Imkerjahr. Mit einem entscheidenden Unterschied allerdings – er beginnt nicht im Frühling, sondern im Winter. Für ein Bienenvolk ist das richtig herum. Das Jahr beginnt in der Wintertraube, wenn die Königin wieder zu legen anfängt, lange bevor draußen etwas blüht.

Und darum endet das Stück auch nicht. Die letzte Zeile heißt „Und wieder ist die Welt“ – und wer dann noch einmal die erste Zeile liest, steht wieder im Schnee. Das Kreis-Thema, mit dem das Cembalo zu Beginn allein anhebt, schließt den Ring.

I

Winter

Largo, Tremolo-Streicher
Vorspiel – das Cembalo allein, das Kreis-Thema Sopran

Die Welt ist weiß, der Stock ist still,
und drinnen schlägt ein warmes Herz;
zehntausend Schwestern, Leib an Leib,
die Traube zittert – nicht vor Schmerz.

Chor, leise

Sie wärmen sich und warten,
sie wärmen sich und warten,
die Königin im Kern, das Licht kommt wieder.

Sopran

Und kommt ein milder Februartag,
dann fliegen sie zum ersten Mal hinaus;
ein kurzer Flug, ein Gruß ans Licht –
und schnell zurück ins warme Haus.

II

Frühling

Allegro, Vogelrufe in der Solovioline
Chor, lebhaft

Die Hasel stäubt, die Weide blüht,
und gelb kommt Pollen heim, Korb um Korb!
Die Kirsche weiß, der Löwenzahn,
die Königin legt, legt, legt – das Volk wird groß!

Sturm in den Streichern

Und dann im Mai, an einem warmen Tag,
da braust es auf, da bricht es los:
Die alte Königin zieht aus mit ihrem Schwarm –
und eine junge bleibt. Das Volk wird zwei. Das Leben bleibt.

III

Sommer

Presto, flirrende Streicher
Sopran

Sechzigtausend in der Sommerglut,
die Linde duftet, der Wald gibt Tau;
sechs Wochen nur – dann ist ihr Leben aus,
sie fliegen sich zu Tode, für den Honig, für den Bau.

Chor, glänzend

Sie fliegen und sie sammeln,
sie fliegen und sie sammeln,
und in den Waben glänzt der Sommer, Gold auf Gold.

Sopran, ernster

Doch nach der längsten Nacht des Jahres
legt sie schon ein wenig weniger;
die Drohnen werden aus dem Stock gedrängt,
und die Imker:innen ernten, behandeln, füttern. Und denken an den Winter.

IV

Herbst

Andante, fallende Linien
Sopran, melancholisch

Der Efeu blüht als letzter Gast,
die letzten Höschen leuchten gelb;
und jetzt entstehn die Winterbienen,
die halten durch, bis wieder Frühling ist auf der Welt.

Chor, leise

Die Ritzen dicht mit Propolis,
das Volk wird klein, das Volk wird still;
die Sommerschwestern sind gegangen –
die Winterschwestern tragen das Erbe, wie das Leben will.

Kreis-Thema – Chor und Sopran gemeinsam, majestätisch

Und wieder ist die Welt

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Reinigungsflug
Der erste Ausflug an einem milden Wintertag. Bienen halten den Stock sauber und entleeren sich erst draußen – nach Wochen im Dunkeln ist dieser kurze Flug überlebenswichtig.
Höschen
Der Pollen, den die Sammlerin an den Hinterbeinen heimträgt. Seine Farbe verrät die Trachtpflanze – gelb von der Weide, orange vom Löwenzahn, grau von der Hasel.
Honigtau
Nicht jeder Honig kommt aus Blüten. Im Wald scheiden Blatt- und Schildläuse einen zuckerreichen Saft aus, den die Bienen sammeln – daraus entsteht der dunkle Waldhonig.
Drohnenschlacht
Der Name klingt dramatischer, als es aussieht. Nach der Schwarmzeit werden die männlichen Bienen nicht mehr gefüttert und vom Flugloch abgedrängt; sie haben ihre Aufgabe erfüllt.
Winterbienen
Im Spätsommer entstehen Bienen mit anderem Körperbau und größeren Eiweißvorräten. Während eine Sommerbiene sechs Wochen lebt, überdauern sie mehrere Monate und bringen das Volk über den Winter.
Propolis
Kittharz aus Knospenharz, Wachs und Pollen. Damit dichten die Bienen Ritzen ab und halten den Stock keimfrei – eine Art Hausapotheke aus eigener Herstellung.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Der Jahreskreis des Bienenvolks“ von Herbert Vitzthum, frei nach Antonio Vivaldi – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum, frei nach Antonio Vivaldi (1678–1741), Die vier Jahreszeiten (1725)
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Barocker Zyklus in vier Sätzen für Sopran, Chor, Cembalo und Streicher
Bild: KI-generiert