Cover zu Der summende Kreislauf
Moderner Folk-Pop mit Band, großem Refrain und Tonartwechsel am Schluss

Der summende Kreislauf

Von der Blüte zur Frucht, vom Feld in dein Glas

KI-Musik3:36 · Album: Solang es summt · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/der-summende-kreislauf

Bestäubung lässt sich schwer besingen. Das Wort klingt nach Lehrbuch, und die Zahlen dazu rutschen beim Zuhören vorbei. Dieses Lied nimmt darum einen anderen Weg und erzählt den Vorgang einfach der Reihe nach – vom Morgen über dem Obstbaum bis zum Glas auf dem Frühstückstisch.

Der Refrain fasst die ganze Strecke in eine Zeile: „von der Blüte zur Frucht, vom Feld in dein Glas“. Was dazwischen liegt, steht in den Strophen – der goldene Staub im Pelz, der Raps, der Apfelbaum, die Erdbeere, der Bauer, „der erntet, was Flügel gesät“. Und dann der Stock, in dem aus Nektar Honig wird, „mit Enzymen und Kraft, wie's die Natur gewollt“.

In der Mitte dreht das Lied kurz ins Dunkle, und zwar ohne Zeigefinger. „Doch wird es still auf Wiese und Hang, wird die Ernte klein und der Winter lang.“ Dass dann auch die Preise steigen, ist der nüchternste Satz des ganzen Stücks – und oft der, der am besten ankommt, weil er nichts beschwört, sondern rechnet.

Danach baut sich das Lied wieder auf, und der Appell bleibt klein genug, dass ihn jeder erfüllen kann: Blumen am Balkon, kein Gift, Honig aus der Nachbarschaft. Der Schluss-Refrain geht eine Tonart höher, dann bleibt nur noch das Summen. „Summ … summ … von der Blüte ins Glas.“

der Morgen – zarte Gitarre, dann die ganze Band

Der Morgen wird hell über Obstbaum und Feld,
die Sammlerin fliegt in die blühende Welt.
Von Blüte zu Blüte, ein goldener Staub,
sie trägt ihn im Pelz durch das Frühlingslaub.

leiser, hinführend

Ein Faden, ganz fein, der uns alle verbindet,
wo Leben beginnt, wo die Biene hinfindet …

Refrain

Summ, summ – der Kreislauf dreht sich,
von der Blüte zur Frucht, vom Feld in dein Glas.
Summ, summ – und alles bewegt sich,
jede Biene ein Band zwischen dir und dem Gras.
Wir sind ein Teil davon, Tag für Tag –
der summende Kreislauf, der alles trag'.

Der Raps leuchtet gelb, und der Apfelbaum blüht,
die Erdbeere reift, weil die Biene sich müht.
Der Bauer, der erntet, was Flügel gesät,
ein Korb voller Früchte, weil's ohne nicht geht.

leiser, hinführend

Ein Faden, ganz fein, der uns alle verbindet,
wo Leben beginnt, wo die Biene hinfindet …

Im Stock wird aus Nektar ein flüssiges Gold,
mit Enzymen und Kraft, wie's die Natur gewollt.
Die Imkerin schleudert, füllt Glas um Glas,
vom Nachbarn gekauft – da schmeckt man, was war.

ruhiger, die Band tritt zurück

Doch wird es still auf Wiese und Hang,
wird die Ernte klein und der Winter lang.
Die Preise steigen, das Feld bleibt leer –
ein Kreislauf reißt, und er fehlt uns sehr.

wieder aufbauend

Drum säe die Blumen am Balkon und im Garten,
lass Gift aus dem Spiel, lass die Wildblumen warten.
Kauf Honig von hier, von der Imkerei nah –
dann bleibt dieser Kreislauf für morgen noch da.

Schluss-Refrain – zweimal, beim zweiten Mal eine Tonart höher

Summ, summ – der Kreislauf dreht sich,
von der Blüte zur Frucht, vom Feld in dein Glas.
Summ, summ – und alles bewegt sich,
jede Biene ein Band zwischen dir und dem Gras.
Wir sind ein Teil davon, Tag für Tag –
der summende Kreislauf, der alles trag'.

gesummt, ausklingend

Summ … summ … von der Blüte ins Glas.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Bestäubung
Beim Sammeln bleibt Pollen im Haarkleid hängen und wird zur nächsten Blüte derselben Art getragen – erst dadurch entsteht eine Frucht. Etwa drei Viertel der weltweit wichtigsten Kulturpflanzen bringen mit Insektenbestäubung mehr oder bessere Erträge; ohne sie gäbe es vor allem bei Obst, Beeren und Ölfrüchten deutlich weniger zu ernten.
Warum die Erdbeere krumm wird
Eine Erdbeere ist botanisch keine Beere, sondern trägt hunderte winzige Früchtchen auf einer verdickten Blütenachse. Jedes einzelne davon braucht sein eigenes Pollenkorn. Bleiben welche unbestäubt, wächst das Fruchtfleisch dort nicht mit – die Erdbeere bleibt klein und schief. „Die Erdbeere reift, weil die Biene sich müht“ ist also ganz wörtlich gemeint.
Raps
Raps kann sich auch selbst und über den Wind bestäuben, Bienen sind hier nicht lebensnotwendig. Sie steigern den Ertrag aber merklich, und die Schoten setzen gleichmäßiger an. Für die Imkerei ist die Rapsblüte umgekehrt die erste große Tracht des Jahres.
Was im Stock aus Nektar wird
Nektar ist dünner Zuckersaft. Die Bienen geben Enzyme dazu – vor allem Invertase, die den Rohrzucker in Traubenzucker und Fruchtzucker zerlegt – und entziehen ihm Wasser, bis unter ein Fünftel übrig ist. Erst dann ist es Honig und erst dann hält er.
Schleudern
Die Waben werden entdeckelt, also von der dünnen Wachsschicht befreit, und in eine Zentrifuge gestellt. Der Honig fliegt heraus, die Wabe bleibt heil und geht zurück ins Volk. Deshalb kann dasselbe Wabenwerk jahrelang weiterverwendet werden.
Ungefüllte Blüten
Beim Pflanzen zählt nicht die Menge, sondern die Bauform. Gefüllte Zuchtformen – viele Rosen, Dahlien, Geranien – haben ihre Staubblätter zu zusätzlichen Blütenblättern umgebildet und bieten weder Pollen noch Nektar. Ungefüllte Sorten mit offener Mitte tragen, besonders wenn sie im Hochsommer und Herbst blühen, wenn sonst wenig kommt.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Der summende Kreislauf“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Moderner Folk-Pop mit Band, großem Refrain und Tonartwechsel am Schluss
Bild: KI-generiert