Cover zu Des Imkerjahr
Ruhiges Mundartlied für Männerstimme, mit Klavier

Des Imkerjahr

Zwölf Monate im Dialekt, vom Ohr am Holz bis zum Ohr am Holz

KI-Musik3:43 · Album: Lieder für Imker · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/des-imkerjahr

Das Lied beginnt und endet an derselben Stelle: beim Ohr am Holz im Jänner, wenn Schnee auf den Deckeln liegt und drinnen ein tiefes Brummen zu hören ist. „Sie lebn no, sie hoitn zamm.“ Dazwischen liegen zwölf Monate, abgehandelt in vier Strophen und ohne jede Beschönigung.

Besonders gut ist der Sommervers, weil er die Arbeit nicht veredelt: die Schleuder im Juni, die Küche voll Honig, „überoi pickt's, und es is mir wurscht“. Und gleich danach, ganz nüchtern, Juli Linde, August Varroa, füttern. So sieht ein Imkerjahr wirklich aus.

Der Refrain nennt das Ganze einen Kreis, der sich schließt und wieder anfängt, und zieht daraus eine Lehre, die über die Imkerei hinausgeht – „lern i, dass ma ned ois zwinga ko“. Die Bridge sagt dasselbe noch kürzer: „Ned jeds Volk kimmt durch, ned jeds Joahr is a Fest. Oba wann im März wieder oane fliagt, dann woaß i, dass's des Bestn is.“

Im Jänner liegt da Schnee auf de Deckel,
und i leg mei Ohr an's Holz.
A leises Brumma, ganz tiaf drinn –
sie lebn no, sie hoitn zamm.

Im März da erste Reinigungsflug,
da Palmkatzl gelb und de Sonn scho warm.
Im April und Mai dann geht's dahi,
Brut und Bau und Schwarmzeit, oi Dog wos Neich.

Und i renn hinterher und komm ned nach,
und bin glücklich wia a Kind.

Refrain

Des is des Imkerjahr,
a Kreis, der si schliaßt und wieder anfangt.
Vom ersten Flug bis zum letztn Liacht,
lern i, dass ma ned ois zwinga ko.
Des is des Imkerjahr,
und i geh mit, Schritt für Schritt,
bis da Winter wieder kimmt.

Im Juni d'Schleuder, de Küch voll Honig,
überoi pickt's, und es is mir wurscht.
Im Juli Linde, im August dann Varroa,
und füttern, bevor da Herbst ankimmt.

Im Oktober werd's staad bei de Stöck,
de Wintertraubn sitzt zamm.
I schau no amoi nach, sog leis „Guad Nacht“,
und loss's in Ruah bis zum Frühjahr.

Ned jeds Volk kimmt durch,
ned jeds Joahr is a Fest.
Oba wann im März wieder oane fliagt,
dann woaß i, dass's des Bestn is.

Refrain

Des is des Imkerjahr,
a Kreis, der si schliaßt und wieder anfangt.
Vom ersten Flug bis zum letztn Liacht,
lern i, dass ma ned ois zwinga ko.
Des is des Imkerjahr,
und i geh mit, Schritt für Schritt,
bis da Frühling wieder kimmt.

zum Schluss – Klavier

Leg mei Ohr an's Holz …
sie lebn no.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Palmkatzl
Das Dialektwort für die Blütenkätzchen der Salweide, die bei uns oft zu Palmsonntag geweiht werden. Für die Bienen sind sie die erste große Tracht des Jahres – sie liefern Nektar und reichlich Pollen, genau dann, wenn das Volk wieder zu brüten beginnt.
Der Reinigungsflug
Bienen koten nicht im Stock. Am ersten milden Tag, etwa ab zehn Grad, fliegen sie kurz aus und entleeren die Kotblase, die sie den ganzen Winter gehalten haben. Für die Imkerin ist dieser Flug das erste sichere Zeichen, dass ein Volk lebt.
Varroa im August
Dass die Behandlung ausgerechnet dann kommt, hat einen Grund. Im August werden die Winterbienen herangezogen, und die müssen gesund schlüpfen – sie sollen Monate leben. Wer erst im Herbst behandelt, rettet nur noch geschädigte Bienen.
Ned ois zwinga
Was man als Imker nicht steuern kann, ist eine lange Liste – das Wetter, die Tracht, den Schwarmtrieb, die Begattung einer jungen Königin, die Lust eines Volkes zu sammeln. Steuern lässt sich die eigene Vorbereitung, und dann wartet man ab.
Die Wintertraube
Ab etwa zehn Grad abwärts zieht sich das Volk zu einer dichten Kugel zusammen und hält den Kern durch Muskelzittern warm. Die Bienen wechseln dabei zwischen außen und innen, damit keine dauerhaft in der Kälte sitzt – das ist das Brummen, das durch das Holz zu hören ist.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Des Imkerjahr“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Ruhiges Mundartlied für Männerstimme, mit Klavier
Bild: KI-generiert