Cover zu Die Bienenkönigin
Märchenoper für Soli, Kinderchor und Orchester

Die Bienenkönigin

Eine kleine Märchenoper nach den Brüdern Grimm

KI-Musik3:27 · Album: Klassik im Bienenhaus · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/die-bienenkoenigin

Bei den Brüdern Grimm gibt es ein Märchen, das Imkerinnen und Imker eigentlich auswendig können sollten. In Die Bienenkönigin ziehen drei Brüder los; die beiden älteren wollen unterwegs einen Ameisenhaufen zerstören, Enten braten und einen Bienenbaum ausräuchern. Der Jüngste, den alle den Dummling nennen, verhindert jedes Mal, dass den Tieren etwas geschieht.

Am verwunschenen Schloss muss er dann drei Aufgaben lösen, und alle drei Tiere zahlen es ihm zurück. Die letzte ist die schönste – drei schlafende Prinzessinnen, einander gleich wie ein Ei dem anderen; die eine hatte Zucker gegessen, die zweite Sirup und die jüngste einen Löffel Honig. Nur die Bienenkönigin kann das riechen.

Musikalisch steht das Stück in einer ebenso deutlichen Tradition. Es beginnt mit einem Hornchoral und endet mit einem Abendsegen für Kinderchor – also genau so, wie Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel beginnt und wie dessen berühmtester Moment klingt. Aus den vierzehn Engeln werden dabei tausend Bienen, und ins Himmelsparadeis summen sie einen trotzdem.

Vorspiel – Hornchoral, dann rauschende Waldstreicher, schwirrende Flöten Erste Szene – die Brüder, zwei raue Baritone, komisch-polternd der erste Bruder

Da hängt ein Nest im hohlen Baum,
voll Honig, süß wie'n goldner Traum!

der zweite Bruder

Wir zünden Feuer unterm Stamm,
dann flieh'n die Bienen allesamt!

beide

Haha! Haha! Den Honig her!

der Dummling – Tenor, hell

Halt ein! Lasst ab! Ich bitt' euch sehr!

Lied des Dummling – schlicht, volksliedhaft, nur Streicher und Flöte

Lasst die Ameis' in dem Hügel,
lasst die Ent' auf ihrem See,
lasst die Biene mit dem Flügel,
tut den Tieren nicht so weh!
Wer die Kleinen nicht verachtet,
wer sie schützt im grünen Wald,
den hat Gott schon lang betrachtet –
und die Hilfe kommt ihm bald.

Arie der Bienenkönigin – leichter Sopran, Harfe, Celesta, schimmernd

Du hast mein Haus vor Glut bewahrt,
du stiller, guter Knabe,
drum sei dir dies von mir gesagt:
Mein Flug sei deine Gabe!
Wenn du einst stehst vor schwerer Wahl
und weißt nicht ein noch aus,
dann folge meinem goldnen Strahl –
ich führe dich nach Haus!

Koloratur – die Flöten schwirren mit

Summ – summ – a – ah – a – ah!

Zweite Szene – das Rätsel; halb gesungen, halb gesprochen, Streicher-Tremolo der Dummling

Drei Prinzessinnen, schlafend,
gleich wie ein Ei dem andern.
Die Älteste aß Zucker,
die Zweite Sirup –
die Jüngste einen Löffel Honig.
O weh! Wie soll ich's wissen?

Das Bienen-Motiv der Flöten kehrt zurück die Bienenkönigin – von fern, glockenhell

Ich weiß es! – Hier!

Finale – Kinderchor und alle, voller Orchesterglanz, Hörner

Der Bann ist gebrochen, der Stein wird zu Leben,
das Schloss wacht auf in Glanz und Licht!
Wer Kleinen hat Gnade und Schutz gegeben,
den vergisst der Himmel nicht!
Den vergisst der Himmel nicht!

Coda – Abendsegen, Kinderchor ganz leise, Harfe

Und wenn wir abends schlafen gehn,
solln tausend Bienen um uns stehn;
die summen uns ganz sacht und lind
ins Himmelsparadeis, mein Kind.

Nachspiel – Hornchoral wie zu Beginn, verklingt

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Nest im hohlen Baum
So wohnen Bienen, wenn niemand sie betreut – in einer Baumhöhle, meist mehrere Meter über dem Boden. Alle Beuten, Körbe und Kästen sind nur Nachbauten dieser Ausgangslage.
Zeidlerei
Die mittelalterliche Waldbienenzucht. Zeidler bewirtschafteten Völker in Baumhöhlen, hatten eigene Rechte und ein eigenes Gericht. Was die beiden Brüder im Märchen vorhaben, ist die rohe Variante davon – Feuer unterm Stamm und das Volk ist hin.
Rauch statt Feuer
Etwas Rauch beruhigt die Bienen und wird bis heute bei jeder Arbeit am Volk verwendet. Feuer unter dem Baum dagegen vernichtet das Volk samt Waben – darum geht der Dummling dazwischen.
Der Geruchssinn der Biene
Bienen riechen ausgezeichnet und unterscheiden Düfte, die für Menschen gleich sind. Trainierte Bienen werden heute für Geruchstests eingesetzt. Der Trick des Märchens ist also gar nicht so weit hergeholt.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Die Bienenkönigin“ von Herbert Vitzthum, frei nach dem Märchen Die Bienenkönigin der Brüder Grimm – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum, frei nach dem Märchen Die Bienenkönigin der Brüder Grimm (KHM 62), in der Form von Humperdincks Hänsel und Gretel (1893)
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Märchenoper für Soli, Kinderchor und Orchester
Bild: KI-generiert