Cover zu Die Zauberwabe
Singspiel für Bariton, Koloratursopran, Buffo-Tenor, Chor und Orchester

Die Zauberwabe

Ein Singspiel nach Mozart – der Imker, die Königin und die Milbe

KI-Musik3:22 · Album: Klassik im Bienenhaus · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

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Schon die ersten Takte verraten alles. Drei feierliche Akkorde, dann ein schnelles Fugato in den Streichern, das hier wie Gesumm klingt – so beginnt die Ouvertüre zur Zauberflöte, die Mozart 1791 auf Schikaneders Text geschrieben hat.

Dann treten der Reihe nach drei alte Bekannte auf, in neuen Kleidern. Aus Papageno, dem Vogelfänger, wird der Imker, mitsamt dem Panflötenruf zwischen den Zeilen. Aus Monostatos, der sich im Dunkeln heranschleicht, wird die Varroamilbe – und seine geflüsterte Arie mit der Piccoloflöte passt erschreckend gut auf ein Tier, das sich an fremdem Leben satt saugt. Und die Königin der Nacht wird zur Bienenkönigin, die in derselben Tonart und mit denselben Koloraturen Rache schwört, nur eben an der Milbe.

Der Imker rettet die Lage nicht mit einer Zauberflöte, sondern mit zwei Fläschchen aus dem Regal – Ameisensäure für den Sommer, Oxalsäure für den Winter.

Das Schönste ist der Schluss, denn er verweigert das Happy End. „Und nächstes Jahr, Majestät?“ – „Kommt sie wieder.“ – „Dann komm' ich auch wieder.“ Treffender lässt sich über die Varroa kaum etwas sagen.

I

Auftrittslied des Imkers

Bariton, heiter, Panflötenruf zwischen den Zeilen
Ouvertüre – drei feierliche Akkorde, dann ein schnelles Streicher-Fugato wie Gesumm

Der Imker bin ich ja,
stets fleißig, heißa, hopsasa!
Mit Schleier, Rauch und Wabenzang'
pfleg' ich die Völker jahrelang.
Ich weiß mit Honig umzugehn
und kann's beim Schleudern gut verstehn;
drum kann ich froh und lustig sein –
nur mancher Stich ist leider mein.

Singspiel-Dialog der Imker

Heißa! Was summt denn da so traurig?

die Königin, aus dem Stock

Imker! Imker! Ein Unhold ist in meinem Reich!

der Imker

Ein Unhold? Wo? Ich seh' nur … o weh!
Rotbraun, acht Beine, klein wie ein Stecknadelkopf …

die Varroa, kichernd

Hihihi! Varroa ist mein Name – destructor mein Beruf!

II

Arie der Varroa

Buffo-Tenor, schnell und schleichend, Piccoloflöte

Alles saugt sich gern am Leben,
und so saug' auch ich mich satt,
klein und flink und gut verstecket
in der Brut, im Wabenblatt.
Reite fort auf fremden Flügeln,
bringe Viren mit, juchhe –
und im Winter, wenn sie sterben,
sag' ich höflich: Adieu!

III

Arie der Königin

Koloratursopran, d-Moll, wütend, Pauken

Der Milbe Frevel kocht in meinem Herzen,
Verderben, Siechtum flammet um mich her!
Du bringst der Brut den Tod, die Qual, die Schmerzen –
doch bald, du Scheusal, bist du nimmermehr!
Verstoßen sei auf ewig,
verlassen sei auf ewig,
zertrümmert sei'n auf ewig
all deine Brut, all deine Brut!

Koloratur – hohe Staccato-Läufe

Ah – ah – ah – ah – ah – ah – ah!
Hört, Imker! Hört, Imker!
Hört der Königin Schwur!

Singspiel-Dialog der Imker

Ruhig, Majestät, ruhig! Ich hab' da was …

ein Fläschchen klirrt

Ameisensäure! Und für den Winter – Oxalsäure!

die Varroa

Säure?! Nein! Nicht Säure! Ich bin allergisch!

die Königin

Ha!

IV

Finale

Chor der Arbeiterinnen, Königin und Imker, D-Dur, Trompeten und Pauken
der Chor

Es siegte der Imker, die Milbe ist fort,
nun summt es in Frieden an jeglichem Ort!

die Königin

Mein Volk ist gerettet, die Brut ist gesund –

der Imker

und Honig, ihr Leute, gibt's bald, und zwar ein Pfund!

alle

Heil sei dir, du Imker, du treuer Gesell',
du hütest das Summen, du hütest es schnell!

kurz vor dem Schlussakkord der Imker

Und nächstes Jahr, Majestät?

die Königin

Kommt sie wieder.

der Imker, seufzend

Dann komm' ich auch wieder.

drei feierliche Akkorde wie am Anfang

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Varroa destructor
Der wissenschaftliche Name ist wörtlich zu nehmen. Die rotbraune Milbe ist etwa so groß wie ein Stecknadelkopf, saugt am Fettkörper von Bienen und Brut und überträgt dabei Viren. Sie ist weltweit die größte Bedrohung für die Honigbiene.
Ameisensäure
Die Behandlung für den Spätsommer, nach der letzten Ernte. Sie verdunstet im Stock und wirkt als einziges gängiges Mittel auch durch die Zelldeckel hindurch, erreicht also die Milben in der verdeckelten Brut.
Oxalsäure
Die Behandlung für den Winter, wenn das Volk brutfrei ist. Dann sitzen alle Milben auf den Bienen und sind erreichbar – geträufelt oder verdampft. Beide Säuren sind zugelassene Tierarzneimittel; maßgeblich sind die Gebrauchsanweisung und die Empfehlungen des Landesverbandes.
Reiten auf fremden Flügeln
Milben wechseln mit verfliegenden Bienen und beim Ausräubern geschwächter Völker den Stock. Wer behandelt, während der Nachbar es nicht tut, hat das Problem bald wieder – deshalb wird in vielen Regionen zu abgestimmten Zeiten behandelt.
Warum sie wiederkommt
Ausrotten lässt sich die Varroa nicht. Es geht darum, sie unter einer Schadschwelle zu halten, Jahr für Jahr, mit Kontrolle und rechtzeitiger Behandlung. Genau das sagt der letzte Dialog des Stücks.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Die Zauberwabe“ von Herbert Vitzthum, frei nach Wolfgang Amadeus Mozart – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum, frei nach Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791), Die Zauberflöte, Libretto von Emanuel Schikaneder (1751–1812)
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Singspiel für Bariton, Koloratursopran, Buffo-Tenor, Chor und Orchester
Bild: KI-generiert