Cover zu Draußen bei den Völkern
Ruhige Ballade mit Tin Whistle, Gitarre und langem Solo

Draußen bei den Völkern

Morgennebel, dreihundert Völker und eine Königin, die weiterzieht

KI-Musik3:50 · Album: Stille Stunden · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/draussen-bei-den-voelkern

Dieses Lied beginnt um fünf Uhr früh, und es beginnt mit einer Behauptung, die jeder Imker sofort unterschreibt – „dreihundert Völker, und jedes hat sein Lied. Man hört es, wenn man lang genug hier steht.“ Gemeint ist das wörtlich. Ein Volk klingt anders, wenn ihm die Königin fehlt, anders in Schwarmstimmung, anders an einem Tag, an dem nichts hereinkommt.

Die zweite Strophe erklärt in vier Zeilen, was Königinnenzucht ist, ohne ein einziges Fachwort zu erklären. „Sanft sollen sie sein, gesund und fleißig auch“ – das sind die Zuchtziele. „Hinauf zur Belegstelle, wo die Luft noch klar und nichts vermischt, was man nicht braucht“ – das ist der Grund, warum es Belegstellen überhaupt gibt.

Der Refrain stellt das Tun gegen das Reden, und zwar ohne jemanden zu beschimpfen. „Draußen bei den Völkern zählt nicht, was man sagt, zählt, was man jeden Tag mit ruhiger Hand gewagt.“ Das Wort „gewagt“ ist dabei das genaueste im ganzen Lied – in der Zucht geht reichlich schief, und man sieht erst nach Monaten, ob es gelungen ist.

Die dritte Strophe ist die, wegen der das Lied existiert. Irgendwo schlüpft eine Königin, die von hier kam. „Die Imkerin wird nie wissen, wer sie zog, doch ihr Volk wird ruhig – und das genügt uns dann.“ Danach wird nichts mehr gesagt, es kommt nur noch ein langes Solo mit der Tin Whistle.

Vorspiel – Tin Whistle und Gitarre

Um fünf liegt noch der Nebel auf dem Feld,
dreihundert Völker, und jedes hat sein Lied.
Man hört es, wenn man lang genug hier steht –
ob's gut geht oder ob was geschieht.

Wir ziehen Königinnen, still und mit Bedacht,
sanft sollen sie sein, gesund und fleißig auch.
Hinauf zur Belegstelle, wo die Luft noch klar
und nichts vermischt, was man nicht braucht.

Refrain

Draußen bei den Völkern
zählt nicht, was man sagt.
Draußen bei den Völkern
zählt, was man jeden Tag
mit ruhiger Hand gewagt.
Draußen bei den Völkern …

Gitarrensolo

Und irgendwo im Land, in einem kleinen Stand,
schlüpft eine Königin, die von uns kam.
Die Imkerin wird nie wissen, wer sie zog,
doch ihr Volk wird ruhig – und das genügt uns dann.

Refrain

Draußen bei den Völkern
zählt nicht, was man sagt.
Draußen bei den Völkern
zählt, was man jeden Tag
mit ruhiger Hand gewagt.

langes Solo mit Tin Whistle, verklingend

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Jedes Volk hat sein Lied
Erfahrene Imker hören ihrem Volk an, wie es ihm geht, bevor sie den Deckel heben. Ein weiselloses Volk, dem also die Königin fehlt, braust in einem höheren, unruhigen Ton – manche beschreiben es als Heulen. Ein zufriedenes Volk summt gleichmäßig und tief. Dieses Abhorchen gehört zu den ältesten Arbeitsweisen der Imkerei.
Dreihundert Völker
Eine Hausnummer, die die Größenordnung verrät. Wer die Imkerei als Hobby betreibt, hat meist fünf bis fünfzehn Völker. Dreihundert sind ein Vollerwerbsbetrieb – da geht es nicht mehr um einzelne Kästen, sondern um Wanderungen, Mitarbeiter und einen Jahresplan.
Königinnenzucht
Aus einer ausgewählten Mutter werden ganz junge Larven in künstliche Weiselnäpfchen umgesetzt und einem starken Pflegevolk gegeben, das sie zu Königinnen aufzieht. Ausgewählt wird nach wenigen, gut prüfbaren Eigenschaften – Sanftmut, geringe Schwarmneigung, Honigleistung und Widerstandskraft. Genau das zählt die zweite Strophe auf.
Die Belegstelle
Eine Königin paart sich hoch in der Luft und kilometerweit vom Stand entfernt mit einem Dutzend Drohnen. Wer zu Hause züchtet, hat auf die Väter also keinen Einfluss. Darum gibt es abgelegene Plätze – enge Täler, Almen, Inseln –, auf denen nur Drohnenvölker einer bestimmten Herkunft stehen und in deren weitem Umkreis keine anderen Völker stehen dürfen. Dorthin bringt man die jungen Königinnen. Das meint die Zeile von der klaren Luft, in der sich nichts vermischt.
Warum eine fremde Königin ein Volk ruhig macht
Das Wesen eines Volkes hängt kaum an den einzelnen Bienen, sondern an der Königin, von der sie alle abstammen. Wird ein stechlustiges Volk umgeweiselt, also mit einer neuen Königin versehen, dauert es etwa sechs Wochen – so lange lebt eine Sommerbiene –, bis die alte Mannschaft ersetzt ist. Danach steht ein anderes Volk im selben Kasten.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Draußen bei den Völkern“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Ruhige Ballade mit Tin Whistle, Gitarre und langem Solo
Bild: KI-generiert