Dieses Lied beginnt um fünf Uhr früh, und es beginnt mit einer Behauptung, die jeder Imker sofort unterschreibt – „dreihundert Völker, und jedes hat sein Lied. Man hört es, wenn man lang genug hier steht.“ Gemeint ist das wörtlich. Ein Volk klingt anders, wenn ihm die Königin fehlt, anders in Schwarmstimmung, anders an einem Tag, an dem nichts hereinkommt.
Die zweite Strophe erklärt in vier Zeilen, was Königinnenzucht ist, ohne ein einziges Fachwort zu erklären. „Sanft sollen sie sein, gesund und fleißig auch“ – das sind die Zuchtziele. „Hinauf zur Belegstelle, wo die Luft noch klar und nichts vermischt, was man nicht braucht“ – das ist der Grund, warum es Belegstellen überhaupt gibt.
Der Refrain stellt das Tun gegen das Reden, und zwar ohne jemanden zu beschimpfen. „Draußen bei den Völkern zählt nicht, was man sagt, zählt, was man jeden Tag mit ruhiger Hand gewagt.“ Das Wort „gewagt“ ist dabei das genaueste im ganzen Lied – in der Zucht geht reichlich schief, und man sieht erst nach Monaten, ob es gelungen ist.
Die dritte Strophe ist die, wegen der das Lied existiert. Irgendwo schlüpft eine Königin, die von hier kam. „Die Imkerin wird nie wissen, wer sie zog, doch ihr Volk wird ruhig – und das genügt uns dann.“ Danach wird nichts mehr gesagt, es kommt nur noch ein langes Solo mit der Tin Whistle.
Vorspiel – Tin Whistle und Gitarre
Um fünf liegt noch der Nebel auf dem Feld,
dreihundert Völker, und jedes hat sein Lied.
Man hört es, wenn man lang genug hier steht –
ob's gut geht oder ob was geschieht.
Wir ziehen Königinnen, still und mit Bedacht,
sanft sollen sie sein, gesund und fleißig auch.
Hinauf zur Belegstelle, wo die Luft noch klar
und nichts vermischt, was man nicht braucht.
Refrain
Draußen bei den Völkern
zählt nicht, was man sagt.
Draußen bei den Völkern
zählt, was man jeden Tag
mit ruhiger Hand gewagt.
Draußen bei den Völkern …
Gitarrensolo
Und irgendwo im Land, in einem kleinen Stand,
schlüpft eine Königin, die von uns kam.
Die Imkerin wird nie wissen, wer sie zog,
doch ihr Volk wird ruhig – und das genügt uns dann.
Refrain
Draußen bei den Völkern
zählt nicht, was man sagt.
Draußen bei den Völkern
zählt, was man jeden Tag
mit ruhiger Hand gewagt.
langes Solo mit Tin Whistle, verklingend
Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:
„Draußen bei den Völkern“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0