Ich will dir noch so viel erzählen,
vom ersten warmen Tag im Jahr.
Dann fällt mir ein, warum es still ist,
wo früher oft dein Lachen war.
Ich nehm den Schleier von dem Haken
und geh hinaus zum Bienenstand.
Die ersten kehren heim mit Pollen.
Ich leg aufs Holz die müde Hand.
Bei den Bienen darf ich schweigen,
meine Tränen dürfen sein.
In das leise, warme Summen
lege ich mein Herz hinein.
Ich atme ein. Ich atme aus.
Der Wind geht sanft durch alte Bäume.
Und langsam wird es etwas heller
in einem meiner leeren Räume.
Ich heb die Wabe in die Sonne,
vertraut ist mir der Duft nach Wachs.
Die Hände wissen noch die Wege,
ich tue alles still und sacht.
Hier gibt es etwas, das mich braucht,
ich fülle Wasser in die Schale.
Und bleibe sitzen, schau den Bienen zu,
wie früher schon so viele Male.
Bei den Bienen darf ich schweigen,
meine Tränen dürfen sein.
In das leise, warme Summen
lege ich mein Herz hinein.
Ich atme ein. Ich atme aus.
Der Wind geht sanft durch alte Bäume.
Und langsam wird es etwas heller
in einem meiner leeren Räume.
Heut hab ich einen kleinen Jungen
beim ersten Glas voll Honig seh'n.
Er hat gelacht. Ich musste lächeln.
Es war für einen Augenblick schön.
So gern hätt ich's mit dir geteilt.
Ich sag es leise in den Wind.
Dann bleib ich noch ein bisschen sitzen,
dort, wo die Bienen bei mir sind.
Bei den Bienen darf ich schweigen,
meine Tränen dürfen sein.
In das leise, warme Summen
lege ich mein Herz hinein.
Ich atme ein. Ich atme aus.
Die letzten Bienen fliegen heim.
Ich schließe langsam meinen Schleier.
Morgen werd ich wieder hier sein.
Ich lege meine Hand aufs Holz.
Der Abend kommt, die Luft wird kühl.
Du fehlst mir.
Und ich spür noch so viel.