Der Schleier hängt schon an der Tür,
die leeren Kisten neben mir.
Ich wollte grad zum Bienenstand,
da nimmst du lächelnd meine Hand.
Du sagst: „Der Kaffee wird schon kalt.
Und wir zusammen langsam alt.“
Ich lach und leg den Schleier hin.
Du weißt genau, wo ich gern bin.
Für dich lass ich die Bienen warten,
für dich bleibt heut der Schleier hier.
Wir gehen barfuß durch den Garten,
und meine Zeit gehört heut dir.
Für dich lass ich die Bienen warten,
der Himmel über uns ist weit.
Wir sitzen unterm Apfelbaum
und haben endlich Zeit zu zweit.
Wir teilen Brot und Honig hier,
du schiebst das größte Stück zu mir.
Ein bisschen klebt an deinem Mund,
ich küss es weg – aus gutem Grund.
Du lachst und rückst ein Stück zu mir,
ein Sonnenfleck liegt neben dir.
Ich hab so viel noch vorgehabt.
Wie gut, dass heut mal gar nichts klappt.
Für dich lass ich die Bienen warten,
für dich bleibt heut der Schleier hier.
Wir gehen barfuß durch den Garten,
und meine Zeit gehört heut dir.
Für dich lass ich die Bienen warten,
der Himmel über uns ist weit.
Wir sitzen unterm Apfelbaum
und haben endlich Zeit zu zweit.
Du kennst mein „Nur noch zehn Minuten“,
das manchmal einen Abend meint.
Du kennst die langen Honigtage,
an denen kaum noch Zeit uns bleibt.
Heut lass ich dich in Ruhe reden,
von allem, was dich grad bewegt.
Wie schön, dass zwischen uns noch immer
so viel Vertrautes weiterlebt.
Für dich lass ich die Bienen warten,
für dich bleibt heut der Schleier hier.
Wir gehen barfuß durch den Garten,
und meine Zeit gehört heut dir.
Für dich lass ich die Bienen warten,
die ersten Sterne sind schon da.
Du legst den Kopf an meine Schulter.
Ich bleib noch sitzen.
Bleib dir nah.
„Und morgen?“
„Trinken wir erst mal Kaffee.“