Die Linde blüht, der Duft zieht schwer ins Tal,
ich zieh den Deckel sanft und ohne Hast.
Ein Stich ins Fleisch – geschenkt fürs erste Mal,
man lernt Geduld, wenn man das Holz anfasst.
Sie bauen Waben, Sechseck an die Wand,
vollkommne Formen ohne Maß und Schnur.
Da steht der Mensch mit leerem Kopf am Rand
und staunt ganz leise über die Natur.
Es liegt das pure Gold im Holz,
ertrotzt aus Regen, Wind und Licht.
Nicht unsre Worte, nicht der Stolz,
nur dieses kleine Gleichgewicht.
Und wenn der Tag zur Neige geht,
der Imker still vorm Flugloch steht,
ist alles gut …
es ist alles gut.
Der Herbst klopft bald an unsre Gartentür,
die Drohnenschlacht ist längst schon vollbracht.
Ich sag den Mädels leise danke dafür,
dass ihre Wärme durch den Winter wacht.
Kein großes Fest, kein Beifall weit und breit,
nur süßes Harz und ehrlicher Ertrag.
Man schenkt dem Volk ein kleines bisschen Zeit
und kriegt zurück, was man am Leben mag.
Es liegt das pure Gold im Holz,
ertrotzt aus Regen, Wind und Licht.
Nicht unsre Worte, nicht der Stolz,
nur dieses kleine Gleichgewicht.
Und wenn der Tag zur Neige geht,
der Imker still vorm Flugloch steht,
ist alles gut …
es ist alles gut.
Nur dieses Gleichgewicht …
Mmh, lass sie schlafen.
Gold im Holz.