Die leeren Honigräume stehen
schon sauber hinten an der Wand.
Der Sommer hat mir viel gegeben,
jetzt kommt der Herbst ins Land.
Nach letzter Ernte bleibt noch Arbeit,
ich hab mir Zeit dafür gemacht.
Hab mich um Futter, um Gesundheit
und manches kleine Volk gekümmert.
Die Nachbarin ruft übern Garten:
„Jetzt hast du endlich deine Ruh!“
Ich lache, zieh die Jacke an
und ruf ihr beim Hinausgeh'n zu:
Ich geh noch zu den Bienen,
ein bisschen raus, ein bisschen schau'n.
Die Sonne kommt am Nachmittag
noch einmal zwischen dunklen Bäumen.
Ich geh noch zu den Bienen,
dort zieht's mich immer wieder hin.
Es tut mir gut, hierherzugehören.
Wie gern ich eine Imkerin bin.
Die Blätter sammeln sich am Zaun,
am Apfelbaum hängt noch ein Rest.
An warmen Tagen herrscht am Flugloch
noch einmal richtig viel Betrieb.
Ich bleib ein Stück daneben stehen,
ein gelbes Blatt fällt auf den Schuh.
Für heute ist genug getan.
Ich seh dem Kommen und dem Gehen zu.
Ich geh noch zu den Bienen,
ein bisschen raus, ein bisschen schau'n.
Die Sonne kommt am Nachmittag
noch einmal zwischen dunklen Bäumen.
Ich geh noch zu den Bienen,
dort zieht's mich immer wieder hin.
Es tut mir gut, hierherzugehören.
Wie gern ich eine Imkerin bin.
Wir schicken Bilder in die Runde –
ein letzter Flug im Abendlicht.
Und eine schreibt: „War auch grad draußen.“
Da muss ich lächeln über uns.
Ich geh noch zu den Bienen,
ein bisschen raus, ein bisschen schau'n.
Die Sonne kommt am Nachmittag
noch einmal zwischen dunklen Bäumen.
Ich geh noch zu den Bienen,
dort zieht's mich immer wieder hin.
Ich nehm den Herbst mit offenen Armen.
Wie gern ich eine Imkerin bin.
Am Gartentor dreh ich mich um.
Ein letzter Blick.
Dann geh ich heim.