Cover zu Ich geh noch zu den Bienen
Ruhiges Herbstlied für Frauenstimme, mit Gitarre und Hammondorgel

Ich geh noch zu den Bienen

Wenn die Arbeit getan ist und man trotzdem hinausgeht

KI-Musik3:48 · Album: Lieder für Imkerinnen · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/ich-geh-noch-zu-den-bienen

Die Nachbarin sagt den Satz, den jede Imkerin im Oktober zu hören bekommt: „Jetzt hast du endlich deine Ruh!“ Und sie hat ja recht – die Honigräume stehen sauber an der Wand, gefüttert ist, behandelt auch. Das Lied antwortet darauf nicht mit Widerspruch, sondern damit, dass die Jacke trotzdem angezogen wird.

Was dann kommt, ist kein Arbeitsgang mehr, sondern Zuschauen. An den letzten warmen Nachmittagen herrscht am Flugloch noch einmal richtig Betrieb, ein gelbes Blatt fällt auf den Schuh, und „für heute ist genug getan“. Dieses Hingehen, obwohl nichts mehr zu tun ist, beschreibt den Kern der Sache besser als jede Erklärung – „es tut mir gut, hierherzugehören“.

Die Bridge bringt die anderen ins Bild, wie schon im Winterlied. Eine schickt ein Foto vom letzten Flug im Abendlicht, eine andere schreibt „war auch grad draußen“ – und dann muss sie über sich und die anderen lächeln. Am Gartentor dreht sie sich noch einmal um.

Die leeren Honigräume stehen
schon sauber hinten an der Wand.
Der Sommer hat mir viel gegeben,
jetzt kommt der Herbst ins Land.

Nach letzter Ernte bleibt noch Arbeit,
ich hab mir Zeit dafür gemacht.
Hab mich um Futter, um Gesundheit
und manches kleine Volk gekümmert.

Die Nachbarin ruft übern Garten:
„Jetzt hast du endlich deine Ruh!“
Ich lache, zieh die Jacke an
und ruf ihr beim Hinausgeh'n zu:

Refrain

Ich geh noch zu den Bienen,
ein bisschen raus, ein bisschen schau'n.
Die Sonne kommt am Nachmittag
noch einmal zwischen dunklen Bäumen.
Ich geh noch zu den Bienen,
dort zieht's mich immer wieder hin.
Es tut mir gut, hierherzugehören.
Wie gern ich eine Imkerin bin.

Die Blätter sammeln sich am Zaun,
am Apfelbaum hängt noch ein Rest.
An warmen Tagen herrscht am Flugloch
noch einmal richtig viel Betrieb.

Ich bleib ein Stück daneben stehen,
ein gelbes Blatt fällt auf den Schuh.
Für heute ist genug getan.
Ich seh dem Kommen und dem Gehen zu.

Refrain

Ich geh noch zu den Bienen,
ein bisschen raus, ein bisschen schau'n.
Die Sonne kommt am Nachmittag
noch einmal zwischen dunklen Bäumen.
Ich geh noch zu den Bienen,
dort zieht's mich immer wieder hin.
Es tut mir gut, hierherzugehören.
Wie gern ich eine Imkerin bin.

Zwischenspiel – warme Gitarre und Hammondorgel

Wir schicken Bilder in die Runde –
ein letzter Flug im Abendlicht.
Und eine schreibt: „War auch grad draußen.“
Da muss ich lächeln über uns.

Refrain

Ich geh noch zu den Bienen,
ein bisschen raus, ein bisschen schau'n.
Die Sonne kommt am Nachmittag
noch einmal zwischen dunklen Bäumen.
Ich geh noch zu den Bienen,
dort zieht's mich immer wieder hin.
Ich nehm den Herbst mit offenen Armen.
Wie gern ich eine Imkerin bin.

zum Schluss

Am Gartentor dreh ich mich um.
Ein letzter Blick.
Dann geh ich heim.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Leere Honigräume
Nach der letzten Ernte werden die oberen Zargen abgenommen, ausgeschleudert und eingelagert. Trocken und kühl müssen sie stehen, sonst machen sich Wachsmotten über die Waben her – deshalb stehen sie sauber an der Wand und nicht irgendwo im Eck.
Herbstbehandlung
Die Gesundheit, um die sie sich gekümmert hat, meint die Varroabehandlung. Nach der Ernte, meist im August, wird mit Ameisensäure behandelt, weil sie auch in die verdeckelte Brut hineinwirkt. Wer das verschläft, verliert das Volk im Winter.
Efeu
Die letzte Tracht des Jahres, oft bis in den Oktober. Efeu blüht, wenn sonst nichts mehr blüht, und erklärt den Betrieb am Flugloch an warmen Herbsttagen – sein Honig wird allerdings so schnell fest, dass er den Bienen selbst überlassen wird.
Räuberei
Ist draußen nichts mehr zu holen, versuchen fremde Bienen, schwächere Völker auszuplündern. Deshalb werden im Herbst die Fluglöcher verengt, damit die Wächterinnen den Eingang verteidigen können – und deshalb arbeitet man jetzt zügig und verschüttet nichts.
Der letzte Flug
Bienen fliegen bis etwa zehn bis zwölf Grad; darunter bleiben sie im Stock. Im Spätherbst gibt es oft noch einzelne milde Nachmittage mit kurzen Ausflügen – der letzte davon bleibt der Imkerin meist im Gedächtnis, weil danach monatelang nichts mehr kommt.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Ich geh noch zu den Bienen“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Ruhiges Herbstlied für Frauenstimme, mit Gitarre und Hammondorgel
Bild: KI-generiert