Cover zu Ich hab noch nie eine Biene gehalten
Gospel mit Chor, Orgel und Klatschen, Rückung im Schlusschor

Ich hab noch nie eine Biene gehalten

Ein Gospel vom ersten Imkerjahr – von der letzten Reihe bis zum eigenen Honig

KI-Musik4:35 · Album: Schwarmgedanken · veröffentlicht am 9. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/ich-hab-noch-nie-eine-biene-gehalten

Ein Gospel braucht jemanden, der etwas erlebt hat, und einen Chor, der bestätigt, dass es anderen genauso ging. Genau so ist dieses Lied gebaut. Die Solostimme sitzt zu Beginn in der letzten Reihe und gesteht: „Ich hab nur Angst gehabt. Vor allem. Jedenfalls.“ Der Chor antwortet nicht mit Ermutigung, sondern mit Erfahrung – „das ging uns allen so“.

Was dann folgt, ist ein vollständiges erstes Jahr, und zwar das echte. Nicht nur der Schwänzeltanz und der Wabenbau, sondern auch die Standmeldung, die Patin, das Zählen der Milben auf der Windel und das Füttern im Herbst. Der Höhepunkt des Sommers ist ein weißer Punkt auf einer Wabe – die Königin, zum ersten Mal selbst gefunden.

Und dann kommt der Winter, und das Lied wird leise. „Leben sie noch? Hab ich alles richtig gemacht?“ ist die Frage, die jede Imkerin und jeden Imker einmal nachts wachhält, und der Chor antwortet wieder aus der Mehrzahl – „wir haben alle so gewacht“. Deshalb trägt der März, an dem das Ohr ans Holz geht und es summt, hier auch das Halleluja. Am Ende sitzt wieder jemand in der letzten Reihe, und der Satz vom Anfang wird weitergegeben.

die Solostimme, zaghaft

Ich sitz in der letzten Reihe,
den Block in der Hand, das Herz im Hals;
ich hab noch nie eine Biene gehalten –
ich hab nur Angst gehabt. Vor allem. Jedenfalls.

der Chor, sanft antwortend

Komm nur her, komm nur her,
das ging uns allen so.

die Solostimme

Die Lehrerin sagt: „Willkommen!“,
und zeigt uns eine Wabe ganz aus Gold;
sie sagt: „Ihr werdet staunen, ihr werdet lernen –
und ihr werdet's lieben. Ob ihr's wollt oder nicht. Ihr wollt.“

Refrain – der Chor, Klatschen setzt ein

Ich hab noch nie eine Biene gehalten,
doch heute fang ich an!
Ich hab noch nie eine Biene gehalten –
Halleluja! – heute fang ich an!

die Solostimme, mutiger

Ich lern vom Bien, vom Schwänzeltanz,
vom Wabenbau, vom Jahreskreis;
ich meld' den Stand an, so wie's sein muss,
und hab bald eine Patin, die alles weiß.

der Chor

Sie zeigt dir, wie, sie zeigt dir, wie!

die Solostimme, aufgeregt

Und dann der Tag: Schleier über'n Kopf,
der Smoker raucht, die Hände zittern sehr;
ich heb die erste Wabe aus dem Volk –
und da! Ein weißer Punkt! Die Königin! Ich seh sie! Wer hätte das gedacht? Ich! Ja, ich – mehr!

Refrain – der Chor, kräftiger

Ich hab noch nie eine Biene gehalten,
doch heute halt ich sie!
Ich hab noch nie eine Biene gehalten –
Halleluja! – und vergess es nie!

die Solostimme, ruhiger, die Orgel leise

Ich wurde gestochen. Ja, das gehört dazu.
Ich zählte Milben auf der Windel, ganz genau.
Ich behandelte, ich fütterte, ich wartete –
und dann kam der Winter. Lang. Und grau.
Und ich hab nachts gelegen und gedacht:
„Leben sie noch? Hab ich alles richtig gemacht?“

der Chor, leise und tragend

Wir haben alle so gelegen.
Wir haben alle so gewacht.

die Solostimme, Aufbruch, das Tempo steigt

Und dann im März, der erste warme Tag –
ich lauf hinaus, ich leg mein Ohr ans Holz;
und es summt! Es summt! Sie leben!
Ich hab geweint. Und war so stolz!

der Chor, jubelnd

Sie leben! Sie leben! Halleluja!

die Solostimme, strahlend

Und im Sommer, schwer und golden,
die Waben voll, verdeckelt, gut;
das Refraktometer sagt: Siebzehn!
Ich schleuder meinen ersten Honig. Mit Herz und Mut!

Refrain – Rückung, voller Chor

Ich hab noch nie eine Biene gehalten –
und jetzt hab ich mein eignes Volk!
Ich hab noch nie eine Biene gehalten –
und jetzt halt ich ihren Honig, Gold!
Halleluja! Halleluja!
Aus der letzten Reihe bis zum eignen Stand –
Halleluja! Halleluja!
Mit den Bienen, Hand in Hand!

die Solostimme, leise

Und nächstes Jahr …
sitzt einer in der letzten Reihe …
und ich sag ihm: „Komm nur her.“

der Chor

Komm nur her. Das ging uns allen so.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Der Bien
Ein alter Fachbegriff für das Volk als Ganzes. Gemeint ist nicht die einzelne Biene, sondern der Organismus aus zehntausenden Tieren, der gemeinsam heizt, baut, sammelt und entscheidet. Wer imkert, lernt bald, in dieser Einheit zu denken.
Schwänzeltanz
Damit teilt eine Sammlerin dem Volk mit, wo eine Tracht liegt. Die Richtung gibt sie als Winkel zur Sonne an, die Entfernung über die Dauer des Schwänzelns. Entschlüsselt hat das Karl von Frisch, der dafür den Nobelpreis bekam.
Standmeldung
Wer in Österreich Bienen hält, muss Standort und Völkerzahl melden, und zwar jährlich. Das klingt nach Bürokratie, dient aber der Tierseuchenbekämpfung – bricht irgendwo Faulbrut aus, muss man wissen, welche Völker im Umkreis stehen.
Varroawindel
Eine herausziehbare Einlage unter dem Gitterboden. Was durch das Gitter fällt, bleibt darauf liegen, auch abgestorbene Milben. Man zählt sie über einige Tage und weiß dann, wie stark das Volk befallen ist und ob behandelt werden muss.
Weißer Punkt
Königinnen werden mit einem Farbpunkt auf dem Bruststück gezeichnet, damit man sie auf der Wabe schneller findet. Die Farbe verrät das Schlupfjahr und wechselt im Fünfjahrestakt – Weiß steht für Jahre auf 1 und 6, also auch für 2026.
Siebzehn
Der Wert, den das Refraktometer anzeigt, ist der Wassergehalt in Prozent. Über zwanzig Prozent beginnt Honig zu gären, darunter ist er haltbar. Siebzehn heißt, dass die Bienen den Nektar fertig eingedickt hatten – geerntet wurde zum richtigen Zeitpunkt.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Ich hab noch nie eine Biene gehalten“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Gospel mit Chor, Orgel und Klatschen, Rückung im Schlusschor
Bild: KI-generiert