Die Blüte nass, der Himmel grau,
der Wind war kalt, das Jahr war rau.
Wir hatten uns so viel erträumt
und manche Hoffnung weggeräumt.
Die Ernte klein, die Arbeit groß,
wir ließen manche Pläne los.
Am Abend saßen wir noch da
und dachten an das nächste Jahr.
Im Frühling fangen wir wieder an,
mit allem, was noch werden kann.
Die alten Kästen steh'n bereit,
wir geben uns und ihnen Zeit.
Ein warmer Tag, ein erster Flug,
ein kleines Zeichen ist genug.
Wir holen tief und ruhig Luft –
der Anfang trägt den Blütenduft.
Wir schrauben einen Deckel fest,
wir richten, was sich richten lässt.
Ein Nachbar kommt und packt mit an,
weil keiner alles selber kann.
Wir reden, bis der Tee kalt ist,
und merken, was man leicht vergisst:
Bei all der Arbeit, Jahr für Jahr,
sind auch die andern für uns da.
Im Frühling fangen wir wieder an,
mit allem, was noch werden kann.
Die alten Kästen steh'n bereit,
wir geben uns und ihnen Zeit.
Ein warmer Tag, ein erster Flug,
ein kleines Zeichen ist genug.
Wir holen tief und ruhig Luft –
der Anfang trägt den Blütenduft.
Dann steht ein Krokus an der Mauer,
die Sonne fällt aufs alte Brett.
Wir schauen auf die ersten Bienen,
als hätten wir sie neu entdeckt.
Du zeigst auf Pollen an den Beinen,
ich nicke dir nur lächelnd zu.
Wir bleiben eine Weile stehen.
Die Pläne haben morgen Ruh.
Im Frühling fangen wir wieder an,
mit allem, was noch werden kann.
Die alten Kästen steh'n bereit,
wir geben uns und ihnen Zeit.
Ein warmer Tag, ein erster Flug,
ein kleines Zeichen ist genug.
Und was das Jahr auch bringen mag:
Wir gehen weiter, Tag für Tag.
Du reichst mir eine Wabe an.
Wir schauen sie gemeinsam an.
Ein leises Summen zieht durchs Land.
Wir stehen wieder hier am Stand.