Cover zu Kantate vom Schwarm
Barockkantate mit Sinfonia, Rezitativen, Da-capo-Arie, Chorfuge und Schlusschoral

Kantate vom Schwarm

Sechs Sätze über den Tag, an dem aus einem Volk zwei werden

KI-Musik3:10 · Album: Klassik im Bienenhaus · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/kantate-vom-schwarm

Das Schwärmen ist der dramatischste Vorgang im Bienenjahr, und die Form der Barockkantate nimmt ihn ernst wie ein geistliches Geschehen. Sechs Sätze, vom schwirrenden Streichervorspiel über Rezitativ und Da-capo-Arie bis zur Chorfuge, in der der Schwarm aufbricht, und dem vierstimmigen Schlusschoral mit Trompete.

Die Arie gehört der alten Königin, und sie ist das Herzstück. Sie klagt nicht, sie übergibt: „Ich lass' euch Wabe, Brut und Gold, ich lass' euch Wärme, Duft und Haus.“ Im Mittelteil steht der Satz, der das ganze Stück trägt – „Wer gibt, verliert sich nicht. Ein Volk wird zwei an diesem Tag, und beide suchen Licht.“

Dann die Imkerin, im zweiten Rezitativ. Sie hört das Brausen, läuft mit Korb und Tuch hinaus, findet die Traube am alten Birnbaum – und tut nichts. „Ich hielt den Atem an. Ich störte nicht. Ich wartete – wie man's bei Wundern tut.“ Der Choral zieht daraus den Schluss, der für das ganze Album gelten könnte: „Wir haben nicht das Gold gemacht – wir halten nur das Band.“

I

Sinfonia

Streicher-Triller wie Schwirren, zwei Oboen im Dialog, Cembalo
II

Rezitativ

Tenor, nur Cembalo und Cello

Es war im Mai, die Linden standen noch in Knospen,
da ward es eng im Stock.
In Wachsgemächern wuchsen neue Königinnen,
und die alte, die Mutter aller, vernahm's –
und wusste, was es hieß.

III

Arie der alten Königin

Sopran, Oboe obligato, langsam und innig

Ich lass' euch Wabe, Brut und Gold,
ich lass' euch Wärme, Duft und Haus.
Was ich geboren, sei dir hold,
mein Kind – ich ziehe nun hinaus.

Mittelteil, nach Moll gewendet

Kein Weinen, Schwestern, keine Klag':
Wer gibt, verliert sich nicht.
Ein Volk wird zwei an diesem Tag –
und beide suchen Licht.

da capo

Ich lass' euch Wabe, Brut und Gold,
ich lass' euch Wärme, Duft und Haus.
Was ich geboren, sei dir hold,
mein Kind – ich ziehe nun hinaus.

IV

Chor

schnell und fugiert, Streicher in Sechzehnteln, der Schwarm bricht auf

Auf, auf! Hinaus ins helle Blau!
Die Luft erbebt, die Luft erbebt!
Ein Strom aus Gold, der singt und schwebt,
wir folgen ihr, wohin sie fliegt,
bis dass ein neues Heim sich fügt!
Auf, auf! Hinaus ins helle Blau!

V

Rezitativ der Imkerin

Alt, Streicher sanft gehalten

Ich hab' das Brausen wohl gehört
und lief hinaus mit Korb und Tuch.
Am alten Birnbaum hing die Traube, still –
zehntausend Herzen und ein einz'ger Wille.
Ich hielt den Atem an. Ich störte nicht.
Ich wartete – wie man's bei Wundern tut.

VI

Choral

vierstimmig, feierlich, mit Trompete

Was Gott in kleine Flügel legt,
das trägt die ganze Welt;
die Blüte, die ein Bienlein pflegt,
wird Brot auf unserm Feld.
Drum, Imkerin und Imker, wacht
mit Demut und Verstand:
Wir haben nicht das Gold gemacht –
wir halten nur das Band.

langer Schlussakkord, das Cembalo verklingt

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Ein Volk wird zwei
Das Schwärmen ist keine Flucht, sondern die natürliche Vermehrung. Die alte Königin zieht mit etwa der Hälfte der Bienen aus, zurück bleiben Brut, Vorrat und die heranwachsenden jungen Königinnen. Nach wenigen Wochen hat auch das zurückgebliebene Volk wieder eine begattete Königin – aus einem sind zwei geworden.
Wachsgemächer
Gemeint sind die Weiselzellen, in denen neue Königinnen heranwachsen. Sie hängen anders als alle übrigen Zellen senkrecht nach unten, sind erdnussgroß und grob geriffelt – wer sie findet, weiß, dass das Volk schwärmen will.
Die Traube am Birnbaum
Nach dem Auszug sammelt sich der Schwarm als dichte Traube an einem Ast, oft nur wenige Meter vom Stock entfernt. Dort hängt er still, manchmal Stunden, manchmal einen Tag, während Spurbienen nach einer neuen Bleibe suchen. Erst wenn sie sich einig sind, fliegt er weiter.
Was der Imker beiträgt
Der Choral trifft es. Gemacht hat das Volk alles selbst – gebaut, gesammelt, entschieden. Die Imkerin sorgt für Platz, hält die Varroamilbe in Schach und fängt den Schwarm ein, bevor er davonfliegt. Das ist viel, aber es ist nicht das Werk.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Kantate vom Schwarm“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Barockkantate mit Sinfonia, Rezitativen, Da-capo-Arie, Chorfuge und Schlusschoral
Bild: KI-generiert