Du stehst am Zaun im Morgenlicht,
die Neugier mitten im Gesicht.
Zwei Schleier liegen schon bereit,
für deine Fragen hab ich Zeit.
Wir gehen langsam durch den Klee,
ich zeig dir alles, was ich seh.
Du hörst das Summen, bleibst kurz steh'n:
„Darf ich die auch von nahem seh'n?“
Komm, ich zeig dir meine Bienen,
komm, wir schauen ihnen zu.
Ich erzähl dir, was ich weiß,
und ich lern von dir dazu.
Was wir lieben, was wir lernen,
geben wir ein Stückchen weiter.
Und mit jedem neuen Fragen
wird die kleine Welt noch weiter.
Was trägt die Biene da am Bein?
Wie findet sie nach Hause rein?
Ich frage, bis der Tag vergeht,
wie diese kleine Welt entsteht.
Die erste Wabe halt ich sacht,
du hast mir richtig Mut gemacht.
Du lässt sie los, bleibst neben mir.
„Jetzt kannst du's selbst. Ich bin ja hier.“
Komm, ich zeig dir meine Bienen,
komm, wir schauen ihnen zu.
Ich erzähl dir, was ich weiß,
und ich lern von dir dazu.
Was wir lieben, was wir lernen,
geben wir ein Stückchen weiter.
Und mit jedem neuen Fragen
wird die kleine Welt noch weiter.
Ich hab als Kind wie du gefragt,
hab manches erst beim Tun gewagt.
Noch heute bleib ich manchmal steh'n,
weil Bienen neue Wege geh'n.
Und irgendwann steh ich mal hier,
ein Kind am Gartentor vor mir.
Zwei Schleier liegen schon bereit.
Ich lächle: „Ja, ich hab heut Zeit.“
Komm, ich zeig dir meine Bienen,
komm, wir schauen ihnen zu.
Ich erzähl dir, was ich weiß,
und ich lern von dir dazu.
Was wir lieben, was wir lernen,
geben wir ein Stückchen weiter.
Und aus einem Tag am Bienenstand
wird ein Freund fürs Leben mehr.
„Darf ich morgen wiederkommen?“
die ältere Stimme„Deinen Schleier lass nur hier.“