Cover zu Leg dein Ohr an den Kasten
Leise Ballade für Männerstimme

Leg dein Ohr an den Kasten

Was im Winter in der Kiste lebt – und was zwei Menschen daraus lernen

KI-Musik3:57 · Album: Lieder für Imker · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/leg-dein-ohr-an-den-kasten

Im Winter sieht ein Bienenstand aus wie ein Platz, an dem nichts mehr ist. Genau das sagt das Gegenüber in der ersten Strophe – „da ist nichts, wenn der Winter so geht“. Die Antwort besteht nicht aus Erklärungen, sondern aus einer Einladung: Komm her, leg dein Ohr an den Kasten, halt die Luft an.

Was dann beschrieben wird, stimmt bis ins Detail. Die Bienen sitzen dicht beieinander und halten sich gegenseitig warm, und die Bridge nennt sogar den Mechanismus, der das über Monate möglich macht: „Die außen am Rand, die rücken nach innen, und die innen im Warmen, die rücken hinaus.“ So kommt jede dran, so erfriert keine.

Dass daraus ein Liebeslied wird, geschieht ohne jeden Übergang. „Wir zwei haben auch schon so Winter gehabt, da war nichts zu holen, da war nichts zu tun.“ Und im Schlussrefrain heißt es nicht mehr nur „leg dein Ohr an den Kasten“, sondern „und dann leg's an mich“.

Der Garten ist weiß und der Atem steht,
kein Flügel, kein Flug, kein einziger Ton.
Du sagst, da ist nichts, wenn der Winter so geht.
Ich sag, komm mal her, ich zeig dir das schon.

Refrain

Leg dein Ohr an den Kasten
und halt mal die Luft an.
Da drinnen ist Leben, ganz leise, ganz dicht.
Die halten sich warm, eine an der andern,
die reden nicht viel, die verlassen sich nicht.
Leg dein Ohr an den Kasten,
dann weißt du, was ich mein.

Wir zwei haben auch schon so Winter gehabt,
da war nichts zu holen, da war nichts zu tun.
Da hat keiner Recht und hat keiner gesagt,
was längst nicht mehr half – wir ließen es ruhn.

Refrain

Leg dein Ohr an den Kasten
und halt mal die Luft an.
Da drinnen ist Leben, ganz leise, ganz dicht.
Die halten sich warm, eine an der andern,
die reden nicht viel, die verlassen sich nicht.
Leg dein Ohr an den Kasten,
dann weißt du, was ich mein.

Und die außen am Rand, die rücken nach innen,
und die innen im Warmen, die rücken hinaus.
So kommt jede dran, so kann keine erfrieren.
So einfach ist das, so hält man es aus.

Refrain

Leg dein Ohr an den Kasten
und dann leg's an mich.
Da drinnen ist Leben, ganz leise, ganz dicht.
Im Frühjahr, da fliegen wir wieder, wir beiden.
Bis dahin, mein Herz, verlassen wir uns nicht.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Die Wintertraube
Sinkt die Temperatur unter etwa zehn Grad, zieht sich ein Volk zu einer dichten Kugel zusammen. Im Inneren wird es durch Muskelzittern warm gehalten – ohne Brut etwa zwanzig Grad, mit Brut bis fünfunddreißig. Die äußere Schicht wirkt dabei wie eine lebende Dämmschicht.
Innen und außen
Der Platzwechsel aus der Bridge ist tatsächlich belegt. Die Bienen im kühleren Mantel der Traube und die im warmen Kern tauschen einander über die Wochen ab, sodass keine dauerhaft außen sitzt. Es gibt dafür keine Anweisung – jede wechselt, wenn sie zu sehr auskühlt.
Die Klopfprobe
Die klassische Winterkontrolle, ganz ohne Öffnen. Man klopft kurz an die Beutenwand und horcht – ein gesundes Volk antwortet mit einem kurzen Aufbrausen und wird gleich wieder still. Bleibt es stumm oder rauscht es lange nach, stimmt etwas nicht.
Nicht öffnen im Winter
Ein geöffneter Kasten kostet das Volk Wärme, die es über Tage wieder aufbauen muss, und Futter dazu. Deshalb wird zwischen November und Februar nicht durchgesehen – man horcht, wiegt die Beute an oder schaut auf die Bodeneinlage, mehr nicht.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Leg dein Ohr an den Kasten“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Leise Ballade für Männerstimme
Bild: KI-generiert