Im Jänner saß ich noch im Kurs und schrieb mir alles auf.
Im Heft stand alles sauber drin, ich war so richtig drauf.
Im April stand dann die Kiste da, es summte wie verrückt,
und alles, was im Heft stand, hat sich leise weggedrückt.
Der Schleier schief, der Rauch im Gesicht.
Die Königin gesucht – und gefunden hab ich's nicht.
Das war mein erstes Jahr, und ich hab's so geliebt.
Ich wusste gar nicht, dass es so was für mich gibt.
Der erste Stich, das erste Glas, das erste Mal allein –
ich hab mich nie so klein gefühlt und war noch nie so mein.
Im Juni kam die Patin und hat einmal nur geschaut:
„Die sitzt doch da, du Dummerl“ – und dann lachten wir ganz laut.
Im August das erste Glas, zwölf Kilo, nicht sehr viel.
Ich hab's verschenkt wie Gold, und das war ganz genau mein Stil.
Die Hände dick, die Küche ein Graus –
und trotzdem ging ich abends noch mal schnell zu ihnen raus.
Das war mein erstes Jahr, und ich hab's so geliebt.
Ich wusste gar nicht, dass es so was für mich gibt.
Der erste Stich, das erste Glas, das erste Mal allein –
ich hab mich nie so klein gefühlt und war noch nie so mein.
Und wenn im Winter eine fragt: „Sag, lohnt sich das denn, du?“,
dann sag ich nichts von Kilos, und ich sag nichts von der Ruh.
Ich sag: „Komm mit im Frühjahr, stell dich neben mich.“
Den Rest erzählen die dir selbst, die brauchen dazu mich nicht.
Das wird dein erstes Jahr, und du wirst es lieben.
Es steht in keinem Heft, es steht nirgends geschrieben.
Der erste Stich, das erste Glas, das erste Mal allein –
du wirst dich klein fühlen, Schwester, und ganz bei dir sein.