Der Garten trägt am Morgen Reif,
die Beuten stehen still.
Ich bleib am Weg ein Weilchen stehen,
weil ich noch nicht nach Hause will.
Dann wartet unten in der Werkstatt
ein Stapel Rähmchen auf dem Tisch.
Ich mach die kleine Lampe an.
Der Duft von Wachs empfängt mich.
Im Radio melden sie noch Schnee,
ich leg die nächsten Sachen her.
Es ist noch lange nicht so weit –
doch Vorfreude fällt mir nicht schwer.
Mein Herz hat schon den Frühling vor,
auch wenn der Winter draußen bleibt.
Ich seh die Bienen schon am Flugloch,
ich weiß, es braucht noch seine Zeit.
Bis dahin freu ich mich am Planen,
am Wachsduft und am warmen Licht.
Mein Herz hat schon den Frühling vor –
und dieses Warten stört mich nicht.
Am Donnerstag sind wir verabredet,
mit Tee und Honig, wie's sich gehört.
Wir tauschen Bilder, fragen, lachen,
bis keine mehr die Stunde hört.
Die eine will zwei Völker mehr,
die andre sagt: „Mir reichen vier.“
Ich hab noch Fragen in mein Heft geschrieben.
Wie gut, wir teilen unser Wissen hier.
Mein Herz hat schon den Frühling vor,
auch wenn der Winter draußen bleibt.
Ich seh die Bienen schon am Flugloch,
ich weiß, es braucht noch seine Zeit.
Bis dahin freu ich mich am Planen,
am Wachsduft und am warmen Licht.
Mein Herz hat schon den Frühling vor –
und dieses Warten stört mich nicht.
Ich kenn noch längst nicht alle Antworten,
auch nach so manchem Bienenjahr.
Doch wenn wir so zusammensitzen,
freu ich mich aufs nächste Mal.
Mein Herz hat schon den Frühling vor,
auch wenn der Winter draußen bleibt.
Bald steh ich wieder bei den Beuten
und nehm mir diesen ersten Flug lang Zeit.
Noch sitzen wir hier beieinander,
die letzte Kerze flackert sacht.
Mein Herz hat schon den Frühling vor –
was mir das Imkern Freude macht!
Ich zieh die Stiefel an und lächle.
Die andern winken an der Tür.
Wir seh'n uns, wenn die Bienen fliegen.
Ich freu mich jetzt schon drauf.