Cover zu Mia san Imker
Hymne im Dialekt, mit Chor, Klavier und Tonartwechsel vor dem Schluss

Mia san Imker

Die Imkerhymne – vom Großvater bis zu den Kindern, die es weitertragen

KI-Musik3:41 · Album: Für den Verband · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/mia-san-imker

Hymnen neigen dazu, sich selbst zu loben. Diese fängt anders an, nämlich bei der Arbeit vor Sonnenaufgang, bei Schleier, Rauch und Stockmeißel – und bei einem Satz, der den ganzen Beruf beschreibt: „Mia lesn d'Zeit am Flugloch, ned am Gwand.“

Auch der Pre-Chorus bleibt bescheiden: „Mia san ned vü, mia san ned laut, oba mia san do – und mia bleibn.“ Was folgt, ist kein Triumph, sondern ein Durchhalten. Der zweite Vers zählt auf, was dazugehört – ein Stich, ein verlorener Winter, Schimpfen, Hoffen, Wiederanfangen. Und dann fliegt im Frühling die erste Biene, und man weiß wieder, wofür.

Die Bridge stellt die Frage, die eine Verbandshymne stellen darf: „Wann's koane Imker mehr gibt, wer schaut dann auf de Bienen?“ Seit der Varroamilbe ist das keine rhetorische Frage mehr. Die Antwort des Lieds ist unpathetisch – „drum stehn mia do, Joahr für Joahr, und gebn's weiter, so wia's immer war“.

Mia stehn in da Fruah, wann no koana munter is,
mit Schleier und Rauch und an Stockmeißl in da Hand.
Mia hörn, wos de Wiesn uns erzählt,
und mia lesn d'Zeit am Flugloch, ned am Gwand.

Mia san ned vü, mia san ned laut,
oba mia san do – und mia bleibn.

Refrain

Mia san Imker, mia hüatn des Summa,
mia hüatn des Lebn auf da Wiesn und im Woid.
Mia gebn ned auf, a wann's amoi stürmt,
weil a Volk, des ma liabt, ned so schnö falt.
Mia san Imker – vom Großvota her
bis zu de Kinder, de's weitertragn.
Mia san Imker – und mia san stolz drauf,
und des derf a jeder wissn und sogn.

Mia ham an Stich kassiert und an Winter valorn,
mia ham gschimpft und ghofft und wieder anfangt.
Und wann im Frühling de erste Biene fliagt,
dann woaß ma wieder, wofür ma do stand.

Ob Berufsimker oder Freizeitimkerin,
im Herzn schlogt bei uns da gleiche Sinn.

zurückgenommen

Wann's koane Imker mehr gibt,
wer schaut dann auf de Bienen?
Wer stöllt si hi, wer schaut hi,
wer hoit des Gleichgwicht im Lot?
Drum stehn mia do – Joahr für Joahr –
und gebn's weiter, so wia's immer war.

Refrain – mit Chor, Tonartwechsel

Mia san Imker, mia hüatn des Summa,
mia hüatn des Lebn auf da Wiesn und im Woid.
Mia gebn ned auf, a wann's amoi stürmt,
weil a Volk, des ma liabt, ned so schnö falt.
Mia san Imker – vom Großvota her
bis zu de Kinder, de's weitertragn.
Mia san Imker – und mia san stolz drauf,
und des derf de ganze Welt erfahrn.

zum Schluss – Klavier und Stimme

Mia san Imker …
und mia bleibn.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Die Zeit am Flugloch lesen
Der Satz beschreibt eine echte Fertigkeit. Am Flugloch sieht man, ob Pollen hereinkommt und das Volk also Brut hat, ob tote Bienen herausgetragen werden, ob die Wächterinnen aufgeregt sind, ob sich bei Hitze ein Bienenbart bildet oder ob fremde Bienen zu plündern versuchen. Eine Durchsicht ersetzt das nicht, aber sie beginnt immer dort.
Berufs- und Freizeitimkerei
Die Zeile, die beide gleichsetzt, trifft die Wirklichkeit. In Österreich betreiben weit über neunzig Prozent der Imkerinnen und Imker ihre Völker neben dem Beruf, oft mit einer Handvoll Stöcken. Die wenigen Berufsimkereien halten mehrere hundert – gearbeitet wird am selben Volk auf dieselbe Weise.
Einen Winter verlieren
Völkerverluste gehören dazu und werden jedes Jahr erhoben; üblich sind etwa zehn bis zwanzig Prozent, in schlechten Jahren deutlich mehr. Die häufigste Ursache ist nicht die Kälte, sondern die Varroamilbe und die Viren, die sie überträgt.
Warum es Imker braucht
Die Frage der Bridge hat eine unbequeme Antwort. Honigbienen kämen in unseren Breiten ohne Betreuung kaum noch über mehrere Jahre, weil unbehandelte Völker dem Varroabefall erliegen. Wildbienen brauchen dagegen keine Imker, sondern Lebensraum – beides zu wissen, gehört zusammen.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Mia san Imker“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Hymne im Dialekt, mit Chor, Klavier und Tonartwechsel vor dem Schluss
Bild: KI-generiert