Ich hab' vierzig Jahr' im Büro verbracht,
mit Akten, Meetings, Excel-Tabellen;
jetzt hab' ich endlich frei gemacht
und will mich in die Sonne stellen.
Die Kinder sagen: „Papa, mach mal halblang,
du bist doch nicht mehr zwanzig Jahr'!“
Ich sag: „Ich hab' den Imkerkurs gebucht –
und nächsten Mai, da fang' ich an. Na klar!“
Mit sechsundsechzig Jahren werd' ich Imker,
mit Schleier, Rauch und Hut – und mittendrin!
Mit sechsundsechzig Jahren werd' ich Imker,
weil ich noch lange nicht zu Ende bin!
Ich lern', die Königin zu finden,
ich lern', wie man ein Rähmchen drahtet,
ich lern', mit Ruhe Stiche zu verwinden –
und dass man auf den Honig wartet.
Meine Frau sagt: „Fünfzigtausend Frauen –
und ich bin dir nicht mehr genug?“
Ich sag: „Mein Schatz, du kannst mir trauen –
die bleiben sechs Wochen. Du ein Leben lang.“
Mit sechsundsechzig Jahren werd' ich Imker,
mit Schleier, Rauch und Hut – und mittendrin!
Mit sechsundsechzig Jahren werd' ich Imker,
weil ich noch lange nicht zu Ende bin!
Ich hab' so lang nur funktioniert,
gerechnet, verwaltet, entschieden;
jetzt steh' ich da, ganz ungeniert –
und die Bienen bringen mir Frieden.
Mit sechsundsechzig Jahren werd' ich Imker,
mit Schleier, Rauch und Hut – und mittendrin!
Mit sechsundsechzig Jahren werd' ich Imker,
weil ich noch lange nicht zu Ende bin!
Nein, ich bin noch lange nicht zu Ende –
ich fang' grad an!
Danke! Danke!
Und die Zugabe gibt's …
im weißen Imkeranzug!