Cover zu Mittn drin
Heimatlied mit Chor, Geigen und Jodler-Coda

Mittn drin

Ein Heimatlied aus dem Ausseerland, vom Mittelpunkt Österreichs

KI-Musik2:53 · Album: Imkerlieder aus dem Salzkammergut · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/mittn-drin

Bad Aussee nimmt für sich in Anspruch, der Mittelpunkt Österreichs zu sein, und hat dafür einen Stein im Kurpark stehen. Das Lied nimmt den Anspruch beim Wort und dreht ihn ins Persönliche: Mitten drin ist man dort, wo man daheim ist. Die Geografie stimmt übrigens auch sonst – in Bad Aussee fließen die Grundlseer und die Altausseer Traun zusammen, und darüber stehen der Loser und die Trisselwand.

Der zweite Vers gehört dem Narzissenfest, wenn das Ausseerland im Mai weiß wird, aus Blüten haushohe Figuren gebunden und auf dem See spazieren gefahren werden. Und genau da setzt das Lied seine schönste Pointe. Das Bienl schaut zu, findet es auch schön – und fliegt dann lieber zum Almrausch. Das ist keine Koketterie, sondern Sachverstand; für eine Honigbiene gibt eine Narzissenwiese kaum etwas her.

Dann wird es für einen Vers still. Erzherzog Johann und Anna Plochl, die Postmeisterstochter aus Aussee, sind die bekannteste Liebesgeschichte der Gegend, und das Lied lässt den Antrag beim Bienenstand hinterm Haus geschehen – „d'Leit sog'n“, also so, wie Geschichten eben weitergegeben werden. Zum Schluss glitzern die Flinserl im Fasching „wia a Schwårm im Sonnenschein“, und die Trommelweiber trommeln lauter, als es ein Bienenstock je könnte.

Wo zwoa Traunen z'sammrinnan im Tål,
wo da Loser obischaut und d'Trisselwand,
do liegt a Stoa im Kurpark – stell da vor –
genau in da Mittn vom gånzn Land.

Refrain – Chor

Mittn drin, mittn drin,
do, wo i dahoam bin,
summt a Bienl übers Narzissnfeld –
mittn drin in da Welt.

Im Mai, do is ois weiß wia Schnee,
de Narzissn blüahn bis åbi zum See,
mia bind'n Figurn draus, so groß wia a Haus,
und fåhrn damit am See hinaus.
Und's Bienl schaut zua und sogt: „Schee is's, gwiss –
i flieg liaba zum Almrausch – do is wos drin für mi.“

Refrain – Chor

Mittn drin, mittn drin,
do, wo i dahoam bin,
summt a Bienl übers Narzissnfeld –
mittn drin in da Welt.

ruhiger, erzählend

Da Erzherzog Johann, der håt si verliabt
in d'Anna, de Postmoasterstochter vo do;
und d'Leit sog'n, beim Bienenstånd hinterm Haus
håt er s' g'frågt – und sie håt g'sogt: „Jo.“

lebhafter, die Geigen tanzen

Und im Fasching glitzern d'Flinserl wia a Schwårm im Sonnenschein,
und d'Trommelweiber trommeln – lauter kann ka Bienenstock sein!

Refrain – Chor, breit

Mittn drin, mittn drin,
do, wo i dahoam bin,
summt a Bienl übers Narzissnfeld –
mittn drin in da Welt.
Mittn drin in da Welt.

Jodler-Coda

Hol-di-o-ri-di, hol-di-o-ri-di-a-ho!

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Narzissen
Die Pointe des Lieds hat recht. Die wilde Narzisse bietet Honigbienen fast nichts – wenig Nektar, kaum verwertbaren Pollen, und ihre schmale Blütenröhre passt eher zu Faltern. Ein weißes Feld bis zum See ist für das Auge ein Fest und für ein Volk eine leere Fläche.
Almrausch
Die Alpenrose, die ab etwa 1.500 Metern in großen Beständen blüht und im Juli reichlich Nektar gibt. Almrosenhonig ist hell, fein und eine Spezialität des Gebirges – deshalb fliegt das Bienl dorthin.
Wandern
Weil die Alpenrose höher blüht als das Tal, bringen Imkerinnen und Imker ihre Völker im Sommer mit dem Anhänger bergauf und nach der Blüte wieder zurück. Das heißt wandern und ist im Gebirge seit jeher üblich.
Schwarm
Das Bild von den glitzernden Flinserln trifft es genau. Ein Schwarm ist eine Wolke aus zehntausenden Bienen, die im Gegenlicht tatsächlich flirrt und blitzt – und dabei weithin hörbar ist, aber ausgesprochen friedlich.
Bienenstand
Der Platz hinterm Haus, an dem die Völker stehen. Dass dort geredet wird, während man den Bienen zuschaut, ist bis heute so – insofern ist der Heiratsantrag im Lied am passenden Ort.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Mittn drin“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Heimatlied mit Chor, Geigen und Jodler-Coda
Bild: KI-generiert