Cover zu Nur ein einzig Mal
Opernszene für Tenor, Sopran und Orchester

Nur ein einzig Mal

Der Hochzeitsflug der Königin, als Arie

KI-Musik3:50 · Album: Szenen aus dem Bienenstock · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

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Eine Bienenkönigin verlässt ihren Stock genau einmal, um zu fliegen. Sie ist im Dunkeln geschlüpft, hat nie den Himmel gesehen, und dann, an einem warmen Nachmittag wenige Tage nach dem Schlüpfen, geht sie hinaus. Danach kehrt sie zurück und bleibt bis zum Lebensende drinnen.

Dieser eine Flug entscheidet über alles. Sie paart sich hoch in der Luft mit einem Dutzend Drohnen oder mehr und bringt den Vorrat mit heim, aus dem sie jahrelang legen wird – „für tausend neue Leben, und jedes stammt von dir“. Kehrt sie nicht zurück, ist das Volk verloren. Dass „alle Welt anhält, bevor du fliegst“, ist also keine Übertreibung.

Musikalisch ist das als große Arie angelegt, mit allem, was dazugehört – Steigerung, Tonartwechsel, Duett im Fortissimo und zum Schluss ein langer hoher Ton auf einem italienischen Wort. Dass dieses Wort volerò heißt, „ich werde fliegen“, ist ein Gruß an das berühmteste Schlusswort der Tenorliteratur, an Puccinis vincerò.

Die zartesten Zeilen stehen aber nicht im Fortissimo, sondern in der Sopranstrophe der Königin selbst – „ein Augenblick – dann kehr' ich heim, und bald verlass' ich nie mehr meinen Wabengarten“.

Tenor, leise

Auf weiten Hügeln, wenn die Sonne glüht,
wenn Lindenduft im warmen Winde liegt,
trittst du ins Licht, du kleine Königin –
und alle Welt hält an, bevor du fliegst.

wachsend

Nie sahst du Himmel, nie das helle Licht,
du lebtest tief im warmen Wabenhaus –
doch heut' ist Tag, und heute zögerst du nicht,
du breitest deine Flügel weit hinaus.

Refrain – volles Orchester

Nur ein einzig Mal,
nur ein einzig Mal im Leben
fliegst du in das Licht,
höher als die Lerchen schweben.
Nur ein einzig Mal –
und du trägst den Himmel in dir
für tausend neue Leben,
und jedes stammt von dir.

Sopran – die Königin, schwebend

Ich fliege hoch, weit über Feld und Wald,
dorthin, wo tausend Herzen auf mich warten;
ein Augenblick – dann kehr' ich heim, und bald
verlass' ich nie mehr meinen Wabengarten.

Duett – die Spannung steigt der Tenor

Flieg, Königin!

die Königin

Ich flieg', ich flieg'!

beide

Der Himmel dein, der Himmel mein,
für einen Augenblick –
und für immer.

Tonartwechsel Refrain – Duett, fortissimo

Nur ein einzig Mal,
nur ein einzig Mal im Leben
fliegst du in das Licht,
höher als die Lerchen schweben.
Nur ein einzig Mal –
und du trägst den Himmel in dir …

Höhepunkt – der Tenor, ein langer hoher Ton

Vo-le-rò!

Klavier allein, der Tenor fast geflüstert

Nur ein einzig Mal …

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Der Hochzeitsflug
Wenige Tage nach dem Schlüpfen fliegt eine junge Königin bei warmem, ruhigem Wetter aus. Sie paart sich in der Luft mit zehn bis zwanzig Drohnen und kehrt danach in den Stock zurück. Verlassen wird sie ihn künftig nur noch, wenn das Volk schwärmt.
Der Drohnensammelplatz
Dorthin fliegt sie, oft mehrere Kilometer weit. Es sind feste Stellen in der Landschaft, zehn bis vierzig Meter über dem Boden, an denen sich die Drohnen vieler Völker sammeln – dieselben Plätze über Jahrzehnte hinweg, und niemand weiß genau, woran sie sie erkennen.
Die Samenblase
Was die Königin von diesem einen Flug mitbringt, speichert sie in einem kleinen Organ im Hinterleib – mehrere Millionen Samenzellen, die für ihr ganzes Legeleben reichen müssen. Darauf zielt die Zeile von den tausend Leben, die alle von ihr stammen.
Wenn sie nicht heimkommt
Der Flug ist gefährlich. Vögel, ein Regenschauer, ein kalter Wind – kommt die Königin nicht zurück, bleibt das Volk weisellos und geht ohne Eingriff der Imkerin oder des Imkers zugrunde. An diesem einen Nachmittag hängt tatsächlich alles.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Nur ein einzig Mal“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Opernszene für Tenor, Sopran und Orchester
Bild: KI-generiert