„Ich geh nur kurz zu meinen Bienen.
Zehn Minuten.
Höchstens!“
Der Smoker raucht, der Schleier sitzt,
ich hab schon vor dem Start geschwitzt.
Den Stockmeißel such ich am Stand –
seit zehn Minuten in der Hand.
Ich hab mir einen Plan gemacht,
hab alles gründlich durchgedacht.
Die Bienen waren nicht dabei.
Sie finden meinen Plan: „Naja …“
Nur mal kurz zu meinen Bienen,
nur mal eben nach ihnen seh'n!
Warum steht der Mond am Himmel?
Ich wollt doch gleich wieder geh'n!
Nur noch diese eine Wabe,
nur noch diesen einen Blick!
Meine Bienen machen Feierabend –
ich bin noch nicht so weit mit Glück!
„Also … zehn Minuten noch!“
Zwei Völker sollten's anfangs sein,
das passt noch in den Garten rein.
Jetzt steh'n da zwölf, ich sag ganz sacht:
„Die haben sich wohl selbst gemacht!“
Im Keller türmen sich die Zargen,
kein Platz mehr für den Kinderwagen.
Das Auto steht schon auf der Gass' –
im Carport wohnt der Honigspaß!
Nur mal kurz zu meinen Bienen,
nur mal eben nach ihnen seh'n!
Warum steht der Mond am Himmel?
Ich wollt doch gleich wieder geh'n!
Nur noch diese eine Wabe,
nur noch diesen einen Blick!
Und schon ruft es aus dem Garten:
„Kommst du dieses Jahr zurück?“
Ich sag: „Die Bienen kenn ich gut,
die sind ganz friedlich, voller Mut.“
Da landet eine auf der Nas' –
ich steh ganz still. Sie hat wohl Spaß.
Ich spreche sanft: „Du liebe Maus,
flieg bitte aus dem Schleier raus!“
Sie summt mir etwas in das Ohr.
So nah kam selten ein Gesprächspartner vor.
Ich rechne aus, was Honig bringt,
wobei mein Lächeln langsam sinkt.
Mit Schleuder, Wachs und allem Drum
kost' jedes Glas ein kleines Vermög'n.