Cover zu Reife Beute
Ruhiger Blues für Frauenstimme

Reife Beute

Herbstmarkt, Nebel und ein Fass voll dunklem Waldhonig

KI-Musik3:58 · Album: Lieder für Imkerinnen · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/reife-beute

Der Titel spielt mit einem Wort, das in der Imkerei etwas anderes bedeutet als sonst. Die Beute ist der Bienenkasten, und reif ist hier alles zugleich – der Honig in den Waben, das Jahr, die Arbeit. Erst beim zweiten Hinhören hört man auch die Ernte mit, die man nach Hause trägt.

Das Lied beginnt dort, wo das Imkerjahr am anstrengendsten ist, bei der Schleuder, die bis in die Nacht surrt „wie eine alte Bahn“. Der Sommer war mal zu trocken, mal zu nass, aber dann fließt dieser dunkle Waldhonig so dick ins Fass, dass einem die Worte ausgehen. Wer schon einmal Waldhonig geschleudert hat, kennt dieses Staunen.

Und dann der Herbstmarkt. Die Bienen sind eingefüttert, die Königin hat die Brut eingestellt, die Arbeit des Jahres steht in Gläsern auf dem Tisch – „die Hände rau, das Herz voll Sonnenschein, so stehn wir Frauen stolz an unserm Stand“. Der schönste Satz kommt am Schluss, gesprochen und mit einem Lachen: „Riech mal an dem Deckel … das ist pure Sonne vom Juli.“

Die Ärmel hochgekrempelt bis zur Nacht,
die Schleuder surrt wie eine alte Bahn.
Wir haben dieses Jahr so viel geschafft,
da packt uns beide dieser Stolz schon an.
Der Sommer war mal trocken, mal zu nass,
doch schau dir diesen dunklen Waldsaft an!
Er fließt so dick und schwer ins offne Fass,
dass man vor Staunen gar nichts sagen kann.

Refrain

Es ist Herbstmarktzeit – zieh die Jacke an!
Die Kürbisse leuchten im Nebelmeer.
Ich schenke Propolis und Freude ein,
und jedes volle Glas wiegt ganz schön schwer.
Die Hände rau, das Herz voll Sonnenschein,
so stehn wir Frauen stolz an unserm Stand.
Es muss nicht immer laute Feierei sein –
das wahre Glück hältst du in deiner Hand.

Die Bienen sind gefüttert und bereit,
die Königin zieht sich nach innen fern.
Jetzt kommt für uns die wohlverdiente Zeit,
wir Imkerinnen teilen unsre Schätze gern.
Hier kostet Oma, dort probiert das Kind,
die Augen leuchten bei dem süßen Saft.
Weil wir mit jedem Tropfen eins hier sind –
Ernte der Liebe und Natur pur Kraft.

Refrain

Es ist Herbstmarktzeit – zieh die Jacke an!
Die Kürbisse leuchten im Nebelmeer.
Ich schenke Propolis und Freude ein,
und jedes volle Glas wiegt ganz schön schwer.
Die Hände rau, das Herz voll Sonnenschein,
so stehn wir Frauen stolz an unserm Stand.
Es muss nicht immer laute Feierei sein –
das wahre Glück hältst du in deiner Hand.

zum Schluss, gesprochen – ein kurzes, warmes Lachen

Riech mal an dem Deckel …
Das ist pure Sonne vom Juli.
Goldene Ernte.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Waldhonig
Der dunkle, kräftige Honig stammt nicht aus Blüten. Läuse an Fichten und Tannen saugen Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus, den die Bienen aufnehmen – deshalb heißt er auch Honigtauhonig. Er fließt zäher, ist mineralstoffreicher und bleibt lange flüssig.
Propolis
Das Kittharz, mit dem Bienen Ritzen abdichten und den Stock keimfrei halten. Sie sammeln es an Knospen von Pappeln und Birken; es wirkt antibakteriell und wird als Tinktur oder Salbe verkauft – am Imkerstand steht es meist gleich neben dem Honig.
Einfüttern
Weil die Imkerin den Honig erntet, bekommt das Volk im Spätsommer Ersatz – mehrere Kilo Zuckersirup oder Futterteig, die es einlagert und verdeckelt. Ein Volk, das nicht ausreichend eingefüttert ist, kommt nicht durch den Winter.
Die Königin stellt ein
Im Herbst hört sie auf zu legen, das Brutnest schrumpft und verschwindet. Die Bienen, die jetzt noch schlüpfen, sind Winterbienen – sie leben mehrere Monate statt weniger Wochen und bringen das Volk bis ins Frühjahr.
Beute
Das imkerliche Wort für den Bienenkasten, auf dem das Wortspiel im Titel beruht. Es hat nichts mit Jagd zu tun, sondern geht auf das alte Wort für einen ausgehöhlten Baumstamm zurück, in dem früher Bienen gehalten wurden.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Reife Beute“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Ruhiger Blues für Frauenstimme
Bild: KI-generiert