Die Salweide
Erwacht, erwacht – der Winter ist vorbei …
Am Bache die Weide, sie schmückt sich mit Kätzchen,
in Gold und in Silber, im zartesten Kleid;
da fliegt schon die Biene zum allerersten Tänzchen –
juchhe, juchhe, es ist wieder so weit!
Ein Wiener Konzertwalzer durch das Bienenjahr
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Der Wiener Konzertwalzer hat eine feste Bauform – eine Introduktion, dann mehrere eigenständige Walzer hintereinander, und am Schluss eine Coda, die die Themen noch einmal aufgreift. So ist An der schönen blauen Donau gebaut, so die Geschichten aus dem Wienerwald, und so auch dieses Stück.
Die Opuszahl ist dabei der eigentliche Witz. 365 – ein Tag für jeden im Jahr, und die Coda sagt es auch heraus: „ein Jahr lang im Dreivierteltakt“.
Denn die fünf Walzer sind die fünf großen Trachten, und zwar in der richtigen Reihenfolge. Die Salweide macht im Vorfrühling den Anfang, dann die Kirschblüte, dann die Robinie mit ihren Blütentrauben, im Juni die Linde über der Stadt, und zuletzt, wenn der Sommer im Wienerwald dunkelt, der Honigtau von den Tannen. Danach bleibt nur noch der Tusch – und das Winterquartier.
Wer also wissen will, wie ein Bienenjahr schmeckt, bekommt es hier in fünf Gängen serviert.
Erwacht, erwacht – der Winter ist vorbei …
Am Bache die Weide, sie schmückt sich mit Kätzchen,
in Gold und in Silber, im zartesten Kleid;
da fliegt schon die Biene zum allerersten Tänzchen –
juchhe, juchhe, es ist wieder so weit!
Im Kirschbaum, da schneit es, und keiner muss frieren,
ein Brautkleid aus Blüten, so weiß und so rein;
die Biene, die Biene, sie lässt sich verführen –
„Darf ich bitten?“ – „Sie dürfen!“ – Wie fein, ach wie fein!
O Robinie, duftende Fürstin der Auen,
du hängst deine Trauben wie Lüster ins Licht;
da tanzen die Bienen, die goldenen Frauen –
wer jetzt nicht ans Walzen denkt, der lebt ja nicht!
Und wenn dann im Juni die Linden erblühen,
dann duftet die Stadt wie ein Kuss in der Nacht;
da summen die Kronen, da Herzen erglühen –
und wer jetzt nicht liebt, der hat's falsch gemacht.
Und spät, wenn der Sommer im Wienerwald dunkelt,
dann tropft von den Tannen der Honigtau sacht;
der dunkelste Honig, er glänzt und er funkelt –
der letzte der Tänze. Und dann: gute Nacht.
Drum walze, du Biene, drum walze, du Blüte,
ein Jahr lang im Dreivierteltakt!
Weide und Kirsche, Robinie und Linde,
Tanne und Honig und – Tusch! –
ins Winterquartier!
Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:
„Tracht-Walzer, op. 365“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0
Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Wiener Konzertwalzer für Chor und Orchester – Introduktion, fünf Walzer und Coda
Bild: KI-generiert