Cover zu Tracht-Walzer, op. 365
Wiener Konzertwalzer für Chor und Orchester – Introduktion, fünf Walzer und Coda

Tracht-Walzer, op. 365

Ein Wiener Konzertwalzer durch das Bienenjahr

KI-Musik3:39 · Album: Klassik im Bienenhaus · veröffentlicht am 8. Oktober 2026

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Der Wiener Konzertwalzer hat eine feste Bauform – eine Introduktion, dann mehrere eigenständige Walzer hintereinander, und am Schluss eine Coda, die die Themen noch einmal aufgreift. So ist An der schönen blauen Donau gebaut, so die Geschichten aus dem Wienerwald, und so auch dieses Stück.

Die Opuszahl ist dabei der eigentliche Witz. 365 – ein Tag für jeden im Jahr, und die Coda sagt es auch heraus: „ein Jahr lang im Dreivierteltakt“.

Denn die fünf Walzer sind die fünf großen Trachten, und zwar in der richtigen Reihenfolge. Die Salweide macht im Vorfrühling den Anfang, dann die Kirschblüte, dann die Robinie mit ihren Blütentrauben, im Juni die Linde über der Stadt, und zuletzt, wenn der Sommer im Wienerwald dunkelt, der Honigtau von den Tannen. Danach bleibt nur noch der Tusch – und das Winterquartier.

Wer also wissen will, wie ein Bienenjahr schmeckt, bekommt es hier in fünf Gängen serviert.

I

Die Salweide

zart, Flöte und Harfe
Introduktion – Streichertremolo, Hornruf, Harfe, leises Summen in den Violinen Chor, pianissimo

Erwacht, erwacht – der Winter ist vorbei …

Am Bache die Weide, sie schmückt sich mit Kätzchen,
in Gold und in Silber, im zartesten Kleid;
da fliegt schon die Biene zum allerersten Tänzchen –
juchhe, juchhe, es ist wieder so weit!

II

Die Kirschblüte

schwungvoll, volle Streicher

Im Kirschbaum, da schneit es, und keiner muss frieren,
ein Brautkleid aus Blüten, so weiß und so rein;
die Biene, die Biene, sie lässt sich verführen –
„Darf ich bitten?“ – „Sie dürfen!“ – Wie fein, ach wie fein!

III

Die Robinie

prächtig, Blech und Triangel

O Robinie, duftende Fürstin der Auen,
du hängst deine Trauben wie Lüster ins Licht;
da tanzen die Bienen, die goldenen Frauen –
wer jetzt nicht ans Walzen denkt, der lebt ja nicht!

IV

Die Linde

langsamer, Wiener Schmelz, Solovioline

Und wenn dann im Juni die Linden erblühen,
dann duftet die Stadt wie ein Kuss in der Nacht;
da summen die Kronen, da Herzen erglühen –
und wer jetzt nicht liebt, der hat's falsch gemacht.

V

Die Tanne

zuerst Moll und dunkel, dann warm in Dur

Und spät, wenn der Sommer im Wienerwald dunkelt,
dann tropft von den Tannen der Honigtau sacht;
der dunkelste Honig, er glänzt und er funkelt –
der letzte der Tänze. Und dann: gute Nacht.

Coda – das Thema des ersten Walzers kehrt zurück, immer schneller

Drum walze, du Biene, drum walze, du Blüte,
ein Jahr lang im Dreivierteltakt!
Weide und Kirsche, Robinie und Linde,
Tanne und Honig und – Tusch! –
ins Winterquartier!

Beckenschlag, Schlussakkord, Applaus

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Tracht
Der imkerliche Fachausdruck für alles, was die Bienen draußen holen können – Nektar, Honigtau und Pollen. Mit Kleidung hat das Wort nichts zu tun; es kommt von „tragen“. Eine gute Tracht heißt, dass gerade etwas blüht, das ergiebig ist.
Die Salweide
Die erste große Pollenquelle des Jahres, oft schon im März. Ihr Pollen bringt die Brutaufzucht in Gang, lange bevor etwas anderes blüht – deshalb steht sie am Anfang des Walzers wie am Anfang des Bienenjahres.
Die Robinie
In Österreich und Deutschland wird ihr Honig als Akazienhonig verkauft, obwohl die Robinie mit der echten Akazie nicht näher verwandt ist. Er ist fast wasserhell, sehr mild und bleibt lange flüssig. Ihre Blütentrauben hängen tatsächlich wie Lüster im Licht.
Die Linde
Die wichtigste Stadttracht überhaupt, weil sie in Alleen und Parks in großer Zahl steht. Sie blüht im Juni, ist dann von früh bis spät umsummt, und ihr Honig schmeckt kräftig mit einem minzigen Nachklang.
Honigtau
Der dunkle Waldhonig stammt nicht aus Blüten. Blatt- und Schildläuse saugen an Nadelbäumen und scheiden einen zuckerreichen Saft aus, den die Bienen einsammeln. Er fließt nur in manchen Jahren, dafür dann reichlich – und ergibt den dunkelsten Honig, den es gibt.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Tracht-Walzer, op. 365“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Wiener Konzertwalzer für Chor und Orchester – Introduktion, fünf Walzer und Coda
Bild: KI-generiert