Hey, hey –
Mädels, es geht wieder los!
Der erste warme Tag im März, die Hasel staubt schon gelb.
Ich steh im Morgenmantel draußen, mir gehört die Welt.
Da kommen sie heraus und drehn die erste Runde.
Ich ruf die Hanni an: „Sie fliegen!“ Beste Stunde.
Im Mai, da blüht der Apfelbaum, da wird es richtig eng.
Der Schwarm hängt in der Birke, und ich nehm das nicht so streng.
Die Leiter aus dem Schuppen, den Korb und frischen Mut.
Die Nachbarn stehn am Zaun und schaun, und mir geht's richtig gut.
Das ist unser Jahr, das ist unser Glück,
wir geben was hin und wir kriegen's zurück.
Mit klebrigen Händen und Rauch im Haar –
wir sind Imkerinnen, Imkerinnen,
das ganze Jahr!
Im Juli riecht die Linde, und die Waben sind so schwer.
Wir schleudern in der Küche, und der Boden klebt schon sehr.
Die Kinder mit den Fingern drin, die Gläser in der Reih.
Und jede kriegt ein Brot dazu – so schmeckt bei uns der Mai.
Im Herbst, da wird gefüttert, da wird gut auf sie geschaut.
Wir rücken eng zusammen, so wie sie's uns vorgebaut.
Wir tauschen unsre Sorgen aus und lachen sie dann klein.
Denn keine von uns Frauen steht am Bienenstand allein.
Das ist unser Jahr, das ist unser Glück,
wir geben was hin und wir kriegen's zurück.
Mit klebrigen Händen und Rauch im Haar –
wir sind Imkerinnen, Imkerinnen,
das ganze Jahr!
Und im Winter ist es still.
Wir gießen Kerzen, weil das jede will.
Wir zählen keine Völker, wir zählen keine Zeit.
Wir wissen nur – im März ist es wieder so weit.
Das ist unser Jahr, das ist unser Glück,
wir geben was hin und wir kriegen's zurück.
Mit klebrigen Händen und Rauch im Haar –
wir sind Imkerinnen, Imkerinnen,
wir sind Imkerinnen, Imkerinnen,
das ganze Jahr!
Hey, hey –
Mädels, es geht wieder los!