Draußen fällt der erste leise Schnee,
die Beuten schlafen tief im weißen Kleid.
Ich steh am Holzstand mit 'nem heißen Tee,
und denke an die ganze Sommerzeit.
Hier riecht es warm nach Nelken und nach Zimt,
nach Met und Wabenwachs, das langsam brennt.
Wie schön, dass sich die Welt grad Pausen nimmt,
wenn dieses Licht die kalte Nacht durchtrennt.
Bienenwachskerzen brennen lichterloh,
ein goldner Schimmer auf den Wangen liegt.
Die kleine Hütte macht die Herzen froh,
weil diese Stille jede Hast besiegt.
Ein Gruß vom Sommer mitten in der Nacht,
geschenkt von Tausenden, die schweigend ruhn.
Wir haben alles gut nach Haus gebracht,
mehr gibt es heute wirklich nicht zu tun.
Ein alter Herr sucht Kerzen für den Baum,
er streicht ganz sacht ums gelbe Wabenmuster.
In solchen Augenblicken wird der Raum
ein bisschen wärmer und ein bisschen lichter.
Wir Imkerinnen schauen uns nur an,
ein Nicken reicht, das keine Worte braucht.
Weil dieser Zauber, den man schenken kann,
ganz tief ins Herz von jedem Menschen taucht.
Bienenwachskerzen brennen lichterloh,
ein goldner Schimmer auf den Wangen liegt.
Die kleine Hütte macht die Herzen froh,
weil diese Stille jede Hast besiegt.
Ein Gruß vom Sommer mitten in der Nacht,
geschenkt von Tausenden, die schweigend ruhn.
Wir haben alles gut nach Haus gebracht,
mehr gibt es heute wirklich nicht zu tun.
Schlaf gut, mein Volk …
Der Winter hüllt euch ein.
Wachs und Zimt …
und Kerzenschein.