Cover zu Wachs & Zimt
Ruhige Weihnachtsballade für Frauenstimme

Wachs & Zimt

Am Holzstand im ersten Schnee, wenn die Völker längst schlafen

KI-Musik3:13 · Album: Lieder für Imkerinnen · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/wachs-und-zimt

Das Imkerjahr hört nicht auf, wenn die Völker still werden – es verlagert sich nur. Im Dezember steht die Imkerin nicht am Bienenstand, sondern an einer Holzhütte am Weihnachtsmarkt, mit heißem Tee, Met und Kerzen aus dem eigenen Wachs, und von draußen riecht es nach Nelken und Zimt.

Der schönste Gedanke des Lieds steckt im Refrain. Die Kerzen, die hier brennen, sind aus dem Wachs des vergangenen Sommers – „ein Gruß vom Sommer mitten in der Nacht, geschenkt von Tausenden, die schweigend ruhn“. Die Bienen, die dieses Wachs geschwitzt haben, leben längst nicht mehr; eine Sommerbiene wird nur wenige Wochen alt.

Und dann kommt der alte Herr, der Kerzen für den Baum sucht und mit der Hand über das Wabenmuster streicht. Es passiert nichts weiter, es wird nicht einmal etwas gesagt – „wir Imkerinnen schauen uns nur an, ein Nicken reicht“. Genau das ist die Szene, um die herum das Lied gebaut ist.

Draußen fällt der erste leise Schnee,
die Beuten schlafen tief im weißen Kleid.
Ich steh am Holzstand mit 'nem heißen Tee,
und denke an die ganze Sommerzeit.
Hier riecht es warm nach Nelken und nach Zimt,
nach Met und Wabenwachs, das langsam brennt.
Wie schön, dass sich die Welt grad Pausen nimmt,
wenn dieses Licht die kalte Nacht durchtrennt.

Refrain

Bienenwachskerzen brennen lichterloh,
ein goldner Schimmer auf den Wangen liegt.
Die kleine Hütte macht die Herzen froh,
weil diese Stille jede Hast besiegt.
Ein Gruß vom Sommer mitten in der Nacht,
geschenkt von Tausenden, die schweigend ruhn.
Wir haben alles gut nach Haus gebracht,
mehr gibt es heute wirklich nicht zu tun.

Ein alter Herr sucht Kerzen für den Baum,
er streicht ganz sacht ums gelbe Wabenmuster.
In solchen Augenblicken wird der Raum
ein bisschen wärmer und ein bisschen lichter.
Wir Imkerinnen schauen uns nur an,
ein Nicken reicht, das keine Worte braucht.
Weil dieser Zauber, den man schenken kann,
ganz tief ins Herz von jedem Menschen taucht.

Refrain

Bienenwachskerzen brennen lichterloh,
ein goldner Schimmer auf den Wangen liegt.
Die kleine Hütte macht die Herzen froh,
weil diese Stille jede Hast besiegt.
Ein Gruß vom Sommer mitten in der Nacht,
geschenkt von Tausenden, die schweigend ruhn.
Wir haben alles gut nach Haus gebracht,
mehr gibt es heute wirklich nicht zu tun.

zum Schluss

Schlaf gut, mein Volk …
Der Winter hüllt euch ein.
Wachs und Zimt …
und Kerzenschein.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Bienenwachs
Die Bienen schwitzen es aus Drüsen am Hinterleib, als winzige durchsichtige Plättchen, und verbauen es zu Waben. Das kostet sie viel – für ein Kilo Wachs verbrauchen sie ein Vielfaches davon an Honig. Deshalb ist eine Wachskerze ungleich wertvoller als eine aus Paraffin.
Wabenmuster
Die gerollten Kerzen, über die der alte Herr streicht, entstehen aus Mittelwänden – Wachsplatten mit eingeprägtem Sechseckmuster, die eigentlich für den Wabenbau gedacht sind. Gerollt ergeben sie eine Kerze, der man ihre Herkunft ansieht.
Kerzenduft
Bienenwachs brennt mit warmem, leicht gelblichem Licht und riecht schwach nach Honig – ein Rest der Blüten, aus denen es stammt. Es rußt kaum und tropft wenig, weil es deutlich höher schmilzt als Paraffin.
Winterruhe
Dass die Beuten schlafen, ist ein freundliches Bild, aber kein Schlaf. Das Volk sitzt als dichte Kugel zusammen und hält sich mit Muskelzittern warm, zehrt vom eingelagerten Vorrat und wird im Kern nie kalt. Gestört werden sollte es jetzt nicht.
Met
Der Honigwein, der am Stand ausgeschenkt wird, ist das älteste alkoholische Getränk überhaupt – vergorener, mit Wasser verdünnter Honig. Warm serviert gehört er auf jeden Imkerstand im Advent.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Wachs & Zimt“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Ruhige Weihnachtsballade für Frauenstimme
Bild: KI-generiert