Cover zu Wann d'Impn red'n
Rauhnachtslied mit Rahmentrommeln, Perchtenschellen, Zither und Blues-Gitarre

Wann d'Impn red'n

Eine Rauhnacht zwischen Sandling und Altausseer See

KI-Musik3:52 · Album: Imkerlieder aus dem Salzkammergut · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/wann-dimpn-redn

Der alte Glaube sagt, dass in den Rauhnächten die Tiere reden, und wer es hört, darf es nicht weitersagen. Dieses Lied nimmt den Glauben beim Wort, stellt ihn zwischen Sandling und Altausseer See, lässt draußen die Perchten schellen – und geht mit der Glut hinaus zu den Bienen.

Was dort geschieht, ist ein echter Brauch. Ein Stück Propolis kommt auf die Glut, es raucht süß nach Harz und Sommer, dann wird dreimal ans Holz geklopft und angesagt, was es Neues gibt: „Es is Weihnåcht, Leit!“ Dass es drinnen danach still wird, kennt jede Imkerin von der Klopfprobe.

Die dritte Strophe gehört den Bienen selbst, geflüstert über der Zither, und sie sagt in vier Zeilen alles, was ein Winterbienenvolk ausmacht – zwanzigtausend, ein Herz in der Mitte, Zittern fürs Leben, geteilte Last. Und das Versprechen fürs Frühjahr: „Des Licht, des ma g'sammelt hab'n, Stuck für Stuck.“ Am Ende brechen die Trommeln ab, und es bleibt nur Wind, ferne Schellen und ein Summen.

Zwisch'n de Joahr, wann da Nebl übern Sandling steigt,
wann da Mond übern Altausseer See si neigt,
do ziagt de Wilde Jagd, do schell'n de Perchtn durchs Tål –
und i geh mit da Glut zu de Impn, wia jeds Joahr, oanmål.

I leg a Bröckerl Propolis auf d'Glut, und es raucht so süaß,
a Duft vo Harz und Summa – do wärmt's ma glei de Füaß;
i klopf drei Mål ans Holz und sog: „Es is Weihnåcht, Leit!“
Und drinnen wird's stad – und dann red'n s'. Weil heit is de Zeit.

Refrain – beschwörend, Trommeln, Chor

Wann d'Impn red'n in da Rauhnåcht,
wann's still is im Tål und de Seel'n san wåch,
dann hearst, wos s' sog'n, wann's draußn kråcht:
„Mia håltn de Wärm' – für di und de Welt – de gånze Nåcht.“

die Stimme der Bienen, leiser, fast geflüstert, über der Zither

„Mia san zwanzgtausnd, und in da Mitt' schlogt a Herz,
mia zittern fürs Lebn, und mia trog'n mitanånd den Schmerz;
und wann da Fruahling kummt, dann geb'n ma ållas z'ruck –
des Licht, des ma g'sammelt hab'n, Stuck für Stuck.“

Refrain – voller

Wann d'Impn red'n in da Rauhnåcht,
wann's still is im Tål und de Seel'n san wåch,
dann hearst, wos s' sog'n, wann's draußn kråcht:
„Mia håltn de Wärm' – für di und de Welt – de gånze Nåcht.“

die Trommeln bauen sich auf, Perchtenschellen, gesprochen

In da Rauhnåcht, sog'n de Ålt'n, red'n de Viecher.
Wer's hört, der derf's nit weitersog'n.

Pause

I hob's eich trotzdem g'sogt.

Trommelekstase – Djembe, Rahmentrommeln, Blues-Gitarre, Schellen, immer wilder Refrain – alle, mit voller Kraft

Wann d'Impn red'n in da Rauhnåcht,
wann's still is im Tål und de Seel'n san wåch,
dann hearst, wos s' sog'n, wann's draußn kråcht:
„Mia håltn de Wärm' – für di und de Welt – de gånze Nåcht!“

die Trommeln brechen ab, nur Wind und ferne Schellen – und leise ein Summen geflüstert

Draußn schell'n de Perchtn.
Und drinnen summt's.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Den Bienen ansagen
Der Brauch, mit den Völkern zu sprechen, ist in weiten Teilen Europas überliefert. Angesagt wurden Todesfälle, Hochzeiten und Feiertage – oft durch dreimaliges Klopfen an die Beute. Hinter dem Aberglauben steckt eine nüchterne Einsicht – wer regelmäßig zu seinen Völkern geht und hinhört, merkt früher, wenn etwas nicht stimmt.
Propolis räuchern
Das Kittharz, mit dem Bienen ihren Stock abdichten, lässt sich auf Glut legen und verströmt dann einen harzig-süßen Rauch. Imkerinnen und Imker heben Propolis ohnehin auf – als Tinktur, Salbe oder eben für die Glut in den Rauhnächten.
Zwanzigtausend
Die Zahl im Lied passt. Ein Volk geht mit etwa zehn- bis zwanzigtausend Winterbienen in die kalte Zeit, nachdem es im Hochsommer dreimal so stark war. Diese Bienen leben Monate statt Wochen – sie müssen nur bis zum Frühjahr durchhalten.
Zittern fürs Leben
Wärme entsteht im Stock durch Muskelarbeit. Einzelne Bienen koppeln die Flugmuskeln von den Flügeln ab und lassen sie zittern, bis ihr Brustkorb über vierzig Grad erreicht. So bleibt die Mitte der Traube warm, auch wenn es draußen weit unter null hat.
Das gesammelte Licht
Honig ist, nüchtern betrachtet, umgewandelte Sonnenenergie – die Pflanze baut aus Licht Zucker, die Biene trägt ihn ein und dickt ihn ein. „Des Licht, des ma g'sammelt hab'n“ ist also weniger Poesie als Beschreibung.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Wann d'Impn red'n“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Rauhnachtslied mit Rahmentrommeln, Perchtenschellen, Zither und Blues-Gitarre
Bild: KI-generiert