Cover zu Wenn der Honig geschleudert ist
Ruhige Ballade für Männerstimme

Wenn der Honig geschleudert ist

Die Schleuder steht still, und einer bleibt noch sitzen

KI-Musik3:26 · Album: Lieder für Imker · veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Direkter Link zu diesem Lied: imkerlieder.at/lieder/wenn-der-honig-geschleudert-ist

Wenn die Schleuder stillsteht, hört ein Imkerjahr nicht auf, aber es wird leise. Der Boden klebt noch, die Hände werden abgewischt, und statt aufzuräumen bleibt er einfach sitzen. „Der Sommer war laut, der Sommer war hoch. Jetzt riecht es nach Wachs und nach Abend bei mir.“

Der zweite Vers ist eine Abrechnung mit sich selbst, und er ist ungewöhnlich ehrlich für ein Lied über Bienen. „Ich hab euch gestört, ich hab euch gezählt, ich hab euch genommen, was ihr gebaut.“ Und die Stiche kamen immer dann, wenn es ihm an Ruhe gefehlt hat – was imkerlich erstaunlich treffend ist.

Die Bridge trennt sauber zwischen dem, was man herzeigen kann, und dem, was bleibt. Die Gläser im Keller, das Gold im Regal, das sieht jeder. „Doch was ich von euch hab, das steht nicht im Saal. Das kann man nicht kosten, das muss man verstehn.“

Die Schleuder steht still, der Boden klebt noch.
Ich wisch mir die Hände und bleib einfach hier.
Der Sommer war laut, der Sommer war hoch.
Jetzt riecht es nach Wachs und nach Abend bei mir.

Refrain

Wenn der Honig geschleudert ist
und kein Mensch mehr was von mir will,
dann sitz ich bei euch, bis es dunkel ist,
und werde endlich einmal still.
Ihr habt nichts gefragt, ich hab nichts erklärt –
und das war dieses Jahr so viel wert.

Ich hab euch gestört, ich hab euch gezählt,
ich hab euch genommen, was ihr gebaut.
Ihr habt mich gestochen, wenn's mir gefehlt hat
an Ruhe, an Demut, an dickerer Haut.

Refrain

Wenn der Honig geschleudert ist
und kein Mensch mehr was von mir will,
dann sitz ich bei euch, bis es dunkel ist,
und werde endlich einmal still.
Ihr habt nichts gefragt, ich hab nichts erklärt –
und das war dieses Jahr so viel wert.

Die Gläser im Keller, das Gold im Regal,
das zeig ich den Leuten, das ist ja ganz schön.
Doch was ich von euch hab, das steht nicht im Saal.
Das kann man nicht kosten, das muss man verstehn.

zum Schluss

Wenn der Honig geschleudert ist,
bleib ich noch ein bisschen bei euch.
Nur ein bisschen.
Bei euch.

Für alle, die (noch) keine Bienen halten

Euch gezählt
Gezählt werden nicht Bienen, sondern besetzte Wabengassen – die Zwischenräume zwischen den Waben. Wer im Frühjahr die Gassen zählt, in denen Bienen sitzen, weiß in wenigen Sekunden, wie stark ein Volk ist, ohne eine einzige Wabe ziehen zu müssen.
Was dem Volk bleibt
Geerntet wird nur aus dem Honigraum über dem Absperrgitter. Was im Brutraum liegt, bleibt dem Volk, und für das Entnommene wird im Spätsommer Futter gegeben. Trotzdem beschreibt die Zeile richtig, was geschieht – genommen wird, was die Bienen gebaut und gefüllt haben.
Wann ein Volk sticht
Die Zeile vom fehlenden Gleichmut trifft zu. Völker reagieren auf Erschütterung, hastige Bewegungen und schweren Atem, dazu auf Gewitterluft, Trachtende und Räuberei. Wer unruhig an die Beute geht, erntet Stiche – wer sich Zeit nimmt, meistens nicht.
Honig lagern
Das Gold im Regal will kühl, trocken und dunkel stehen, am besten unter zwanzig Grad und fest verschlossen. Licht und Wärme kosten Aroma und treiben den HMF-Wert hoch; richtig gelagert hält sich Honig dagegen praktisch unbegrenzt.

Frei für alle Imkerinnen und Imker

Dieses Lied darf frei verwendet werden – für den Vereinsabend, die Jahreshauptversammlung, den Honigstand, die Vereinshomepage oder einfach zum Weiterschicken. Kopieren, vorspielen, bearbeiten, auch kommerziell: alles erlaubt unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Einzige Bedingung ist die Nennung:

„Wenn der Honig geschleudert ist“ von Herbert Vitzthum – CC BY 4.0

Text und Idee: Herbert Vitzthum
Musik und Gesang: KIvon Herbert Vitzthum mit künstlicher Intelligenz erzeugt (Mureka), im Stil: Ruhige Ballade für Männerstimme
Bild: KI-generiert